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Arbeitsministerium: Endlose Überstunden bei Asus

Asus wird wegen übermäßigen Überstunden in seinen taiwanischen Fabriken bestraft. Das Arbeitsministerium hat herausgefunden, dass Arbeiter über 46 Überstunden im Monat geleistet haben. Doch die Strafen sind lächerlich niedrig.
/ Achim Sawall
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Eingang der Pegatron-Zentrale (Bild: Pegatron)
Eingang der Pegatron-Zentrale (Bild: Pegatron)

Asustek Computer ist vom taiwanischen Arbeitsministerium wegen übermäßiger Überstunden zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Auch der Asus-Auftragshersteller Pegatron Technology hat von seinen Beschäftigten mehr Überstunden verlangt, als das taiwanische Arbeitsrecht zulässt und zahlt eine Strafe. Das gab das Ministerium am 20. Januar 2011 bekannt(öffnet im neuen Fenster) .

Pegatron Technology habe Arbeiter über zwölf Stunden am Tag arbeiten lassen. Auch habe es im Unternehmen keine Möglichkeit für die Arbeiter gegeben, sich zu beschweren. Im Gesamtmonat habe die Zahl der Überstunden bei über 46 gelegen. Weitere, wegen zu vielen Überstunden abgestrafte Firmen sind Siemens Taiwan, AOpen, Twinhead International und Advantech.

Pegatron Technology erklärte der Branchenzeitung Digitimes(öffnet im neuen Fenster) , ein Mitarbeiter habe sich entschieden, nach seiner eigenen Schicht noch die Frühschicht eines Kollegen zu übernehmen. Der Arbeiter habe damit 15,5 Stunden gearbeitet. Doch die Strafen setzte das Arbeitsministerium extrem niedrig an: So zahlten die Firmen Beträge von 6.000 bis 60.000 Neue Taiwan Dollar (150 Euro bis 1.500 Euro).

Seine größte OEM-Abteilung, Pegatron, hat Asus formal schon 2008 unabhängig gemacht, bis Ende 2009 war Asus aber noch der größte Anteilseigner. Die Beteiligung an Pegatron reduziert Asus schrittweise.

Besonders unmenschliche Arbeitsbedingungen herrschen bei vielen taiwanischen Auftragsherstellern. Arbeiter des Auftragshersteller Foxconn in China beklagten im Sommer 2010 , dass sie elf Stunden am Tag, an sieben Tagen in der Woche, mit nur 30 Minuten Pause für Mittag- und Abendessen, arbeiten müssten. Zudem herrsche in den Werkshallen ein Sprechverbot, kritisierte eine Arbeiterin . Diese Überstunden seien keineswegs freiwillig.


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