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Apple-Händler: Gravis sucht einen Käufer oder Geldgeber

Gravis braucht dringend Geld, um im Konkurrenzkampf gegen die Media-Saturn-Holding und den Apple Retail Store bestehen zu können. Komme kein Investor, sei auch ein Gesamtverkauf möglich, sagte der Firmengründer.
/ Achim Sawall
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Gravis-Chef Archibald Horlitz (Bild: Gravis)
Gravis-Chef Archibald Horlitz (Bild: Gravis)

Der Apple-Händler Gravis braucht 10 bis 15 Millionen Euro, um das notwendige weitere Wachstum zu finanzieren und mit der Konkurrenz mithalten zu können. Das sagte Gravis-Chef Archibald Horlitz der Financial Times Deutschland(öffnet im neuen Fenster) . Ein abenteuerliches Wachstum ohne Finanzierung werde es mit ihm nicht geben. Einen Verkauf der gesamten Ladenkette schloss Horlitz nicht aus.

Gravis sei der zweitgrößte deutsche Apple-Händler nach der Discounterkette Media Markt/Saturn, sagte Horlitz. Apple baut seine eigene Ladenkette Apple Retail Store systematisch aus. Gravis könne seine Marktposition nur halten, wenn die Zahl der Filialen in eineinhalb bis zwei Jahren von 28 auf 50 erhöht werde. Das Unternehmen profitiert vom Erfolg Apples. Mit jedem iPod oder iPhone verkaufe Gravis im Schnitt 4,2 Zubehörprodukte, sagte Horlitz. Ein weiteres wichtiges Geschäftsfeld seien Verträge zur Erweiterung der Garantieleistungen für Apple-Produkte auf bis zu drei Jahre.

Um bei der stark steigenden Nachfrage genügend iPads, Macbooks und iPods vorrätig zu haben, sei im Weihnachtsgeschäft 2010 eine Vorfinanzierung von 40 Millionen Euro nötig gewesen. Horlitz, Wilfried Gast und Martin Wuppermann halten gemeinsam 80 Prozent an Gravis. 20 Prozent besitzt der TK- und Netzwerkausrüster Teles. Horlitz und seine Partner sind bereit, 25,1 Prozent der Anteile zu verkaufen. Ende Februar 2011 sollen Gespräche mit Interessenten geführt werden.

Bereits im November 2010 hatte Horlitz beklagt : "Der Apple-Markt wächst schneller, als wir wachsen können." Das Unternehmen erzielte im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von 170 Millionen bis 180 Millionen Euro. Im Jahr 2009 verbuchte Gravis einen Erlös von 125 Millionen Euro. Die Geschäft liefen nicht immer so gut: Noch im Januar 2009 hatte der Apple-Händler nach einem enttäuschenden Weihnachtsgeschäft 49 Entlassungen vorgenommen.


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