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Google-Suche

US-Forscher zweifeln faires Ranking der Suchergebnisse an

Zwei Forscher der Harvard-Universität haben das Ranking der Suchergebnisse verschiedener Suchmaschinen untersucht. Ihr Fazit: Google bevorzugt eigene Angebote besonders häufig.

Wie vertrauenswürdig sind die Suchergebnisse von Google, Bing und Yahoo? Die Suchmaschinenanbieter, allen voran Marktführer Google, erwecken oft den Eindruck, dass ihre Ergebnisse mit Hilfe eines unbestechlichen Suchalgorithmus ermittelt werden. Im Prinzip soll jede Website die gleiche Chance haben, oben in den Suchergebnissen gelistet zu werden. Ihr Ranking soll lediglich davon abhängen, ob sie besser zu einer Suchanfrage passt als eine andere Website zum selben Thema.

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Die Unterschiede zwischen den Ergebnislisten von Google und anderen Suchmaschinen wären demnach auf Unterschiede in den Suchalgorithmen zurückzuführen. Ob das tatsächlich stimmt, lässt sich jedoch ohne Einblick in die eingesetzten Algorithmen nicht ohne weiteres beurteilen - und die Algorithmen werden geheim gehalten.

Suchexperiment

Benjamin Edelman und Benjamin Lockwood von der Harvard-Universität haben nun ein Experiment unternommen, um die Objektivität der Suchalgorithmen zu untersuchen. Dabei wollten sie speziell herausfinden, "wie groß die Voreingenommenheit von Google" zugunsten von Google-Angeboten ist. Die Forscher begründen das folgendermaßen: "Wir konzentrieren uns auf Google aus zwei Gründen: Zum Ersten behauptet Google, dass die Suchergebnisse 'algorithmisch generiert', 'objektiv' und 'niemals manipuliert' sind; [...] Zum Zweiten hat Google einen dominanten Marktanteil [...], was bedeutet, dass eine Voreingenommenheit bei Google viel größere Auswirkungen hat als bei anderen Suchmaschinen."

Edelman und Lockwood suchten also bei Google, Bing, Yahoo, Ask und AOL nach insgesamt 32 recht generischen Begriffen wie "mail", "email", "chat" und "video". Sie ermittelten dann, wie oft die angezeigten Suchergebnisse auf Websites verweisen, die mit dem jeweiligen Suchmaschinenanbieter verbunden sind. Dabei stellte sich heraus, dass rund ein Fünftel der Suchergebnisse auf solche Websites verwies. Besonders häufig tauchten solche verbundenen Websites bei Google und Yahoo auf den drei Topplätzen auf.

Topergebnisse bevorzugt

Nun wollten die Forscher wissen, ob dieses Ranking auf die Qualität der angezeigten Treffer zurückzuführen oder einer eingebauten Voreingenommenheit geschuldet ist. Dazu untersuchten sie über vier Wochen die Click-Through-Rate (CTR) zweier unterschiedlicher Quellen für Suchergebnisse von Google, Yahoo und Bing.

Wie zu erwarten, klickten die meisten Suchenden bevorzugt auf die zuerst angezeigten Suchergebnisse: 72 Prozent klickten auf den ersten angezeigten Treffer, 13 Prozent auf den zweiten und 8 Prozent auf den dritten. Da sich das als generelles Verhaltensmuster bei allen Suchmaschinen zeigt, lässt sich daraus nicht auf eine Voreingenommenheit des Suchalgorithmus schließen.

Suchergebnisse kontra Vorlieben der Nutzer

Die Forscher stellten allerdings auch fest, dass in bestimmten Fällen die auf den ersten Plätzen angezeigten Suchergebnisse weniger häufig angeklickt wurden als Ergebnisse, die weiter unten aufgelistet waren. Dazu Edelman und Lockwood: "Das würde den Schluss nahelegen, dass die Nutzer die weiter unten stehenden Ergebnisse bevorzugen - stark genug, um den Effekt des höheren Rankings der mit dem jeweiligen Suchmaschinenanbieter verbundenen Websites zu überwinden."

Besonders stark zeigte sich dieser Effekt bei der Google-Suche nach "email". Das erste Suchergebnis, Google Mail, wurde lediglich von 29 Prozent der Suchenden angeklickt. Das zweitplatzierte Suchergebnis hingegen, Yahoo Mail, wurde von 54 Prozent angeklickt.

Daraus und aus ähnlich gelagerten Ergebnissen schlussfolgern die Forscher, dass die Voreingenommenheit der Suchergebnisse zugunsten der mit dem jeweiligen Suchmaschinenanbieter verbundenen Websites nicht durch die Vorlieben der Nutzer erklärt werden kann. Es lasse sich also begründet vermuten, dass Googles öffentliche Beteuerungen, die Suchergebnisse seien nicht manipuliert, nicht der Wahrheit entsprechen. Edelman and Lockwood wörtlich: "Wir sind skeptisch."

Google in der Zwickmühle

Die Veröffentlichung der Befunde der beiden Harvard-Forscher kommt für Google zur Unzeit. Erst Ende des vergangenen Jahres hat die EU-Kommission eine formale Untersuchung gestartet, um herauszufinden, ob Google seine marktbeherrschende Stellung bei der Onlinesuche missbraucht hat. Dazu hat die Kommission Fragebögen mit rund 120 Fragen zum Verhalten von Google gegenüber Kunden und Wettbewerbern verschickt. So will die Kommission herausfinden, ob Google Suchergebnisse zulasten von Wettbewerbern und Kunden manipuliert hat. [von Robert A. Gehring]


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Carighan 22. Jan 2011

Meine top-10 wenn ich auf google.com nach "email" suche: 1. Hotmail 2. GMail 3. Yahoo...

Bassa 21. Jan 2011

Oh mann. Ich gehe in die "Expertensuche", gebe unter "mit dem exakten Ausdruck" etwas an...

fooox 20. Jan 2011

pssst!!!! GANZ GEHEIM! Fernsehsender machen nur Werbung für das eigene Programm. oder...

Samuel S. 20. Jan 2011

Also ich hätte ja vermutet, dass die geringe Anzahl der Leute die in Google nach mail...

DigiChip 20. Jan 2011

Es würde mich doch interessieren, wer nicht wusste, das Google die gut zahlenden "Kunden...



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