Gemeinschaft 4.0: Freie und sichere Telefonanlage für das BSI

Die freie Telefonanlage Gemeinschaft 4.0 von Amooma(öffnet im neuen Fenster) wird weniger Funktionen, aber eine höhere Sicherheit bieten als ihr Vorgänger, denn die auf Sicherheit ausgelegte Software setzt auf Freeswitch(öffnet im neuen Fenster) statt auf Asterisk als Unterbau.
Das bedeute aber nicht, dass Nutzer beim Umstieg von Gemeinschaft 3 auf Version 4 auf wesentliche Funktionen verzichten müssten, sagte Amooma-Chef Stefan Wintermeyer im Gespräch mit Golem.de. Beispielsweise werde das Mitschneiden von Gesprächen bei verschlüsselten Verbindungen nicht möglich sein, das liege allerdings in der Natur der Sache. Zudem sollten einige sich sehr ähnelnde Funktionen gestrichen werden, die sich im Laufe der Jahre auf Kundenwunsch angesammelt hätten. Stattdessen solle Gemeinschaft 4.0 an solchen Stellen künftig konfigurierbar sein, beispielsweise bei der Farbwahl.
Freeswitch wurde von den Asterisk-Entwicklern Anthony Minessale, Brian West und Michael Jerris ins Leben gerufen, um stärker auf Modularität, Plattformunabhängigkeit, Skalierbarkeit und Stabilität zu setzen. So läuft Freeswitch unter Windows, Max OS X, Linux, BSD und Solaris, sowohl auf 32- als auch auf 64-Bit-Plattformen.
Freeswitch unterstützt unter anderem Skype, SIP, H.323 sowie GoogleTalk und bietet Schnittstellen zu sipXecs, Call Weaver, Bayonne, Yate und Asterisk.
Amooma hat sich nach eigener Aussage wegen der besseren Sicherheitsfunktionen bei dem BSI-Projekt für Freeswitch entschieden. So soll Gemeinschaft 4.0 auf Basis von Freeswitch auch das von PGP-Erfinder Philip Zimmermann entwickelte Protokoll ZRTP unterstützen, mit dem sich VoIP-Gespräche komplett verschlüsseln lassen.
Das Benutzerinterface soll mit Ruby on Rails statt mit PHP entwickelt werden.
Die Fertigstellung von Gemeinschaft 4.0 ist für das dritte Quartal 2011 geplant, zuvor sollen aber mehrere Meilensteine veröffentlicht werden. Während Gemeinschaft 4.0 auf Freeswitch basieren wird, setzt Gemeinschaft 3.1 weiterhin auf Asterisk und soll auch bis auf weiteres gepflegt werden.
Das BSI(öffnet im neuen Fenster) werde die von Amooma entwickelte Telefonanlagendistribution unter dem Namen SiVoIP zum Download anbieten, erklärte Amooma-Chef Wintermeyer dem Linux-Magazin(öffnet im neuen Fenster) . Demnach wird die Software unter der GPLv2 stehen.



