Liquavista: Samsung hat offenbar E-Book-Displayhersteller gekauft (Upd.)

Samsung Electronics Europe hat nach Angaben(öffnet im neuen Fenster) der niederländischen Industrie- und Handelskammer den E-Book-Displayhersteller Liquavista gekauft. Laut dem Handelsregister ist Liquavista ein Tochterunternehmen des südkoreanischen Elektronikkonzerns. Offiziell haben die beiden Unternehmen die Übernahme nicht kommentiert. Angaben zum Kaufpreis wurden nicht gemacht. Zuerst hatte das Onlinemagazin eReaders.nl(öffnet im neuen Fenster) davon berichtet.
Das niederländische Unternehmen Liquavista ist 2006 von den Philips Research Labs in Eindhoven ausgegründet worden. Finanziert wird der E-Book-Displayhersteller von Amadeus Capital, GIMV, Applied Materials und Prime Technology Ventures. Der Hauptsitz der Firma ist im niederländischen Eindhoven.
Im Oktober 2010 hatte Liquavista den Prototyp eines flexiblen Displays vorgeführt . Das elektronische Papier basiert auf der Electrowetting-Technik, bei der sich eine Membran gegenüber Flüssigkeiten durch das Anlegen einer elektrischen Spannung verändert. Auf der Membran befindet sich eine Schicht eines farbigen Öls, darüber eine Schicht Wasser. Wird eine elektrische Spannung angelegt, dann drängt das Wasser das Öl zu einem Tropfen zusammen. Dieser Tropfen bildet dann einen Bildpunkt. Das Display kommt ohne Hintergrundbeleuchtung aus. Die Inhalte sollen sich auch in hellen Umgebungen gut lesen lassen. Die Technik von Liquavista ist der von E-Ink in einigen Belangen überlegen. Zudem ist das Display reaktionsschneller, so dass es auch Videos darstellen kann. Anfang des Jahres 2011 hatte Liquavista auf der CES ein farbiges Display präsentiert.
Liquavista arbeitet außerdem mit Texas Instruments zusammen, um deren OMAP-Prozessoren für Mediaplayer und E-Book-Reader zu optimieren.
Nachtrag vom 20. Januar 2011, 12:45 Uhr
Samsung Electronics hat die Übernahme von Liquavista offiziell bestätigt. Der Kauf erfolgte schon im Dezember 2010. Zu den finanziellen Konditionen wurden keine Angaben gemacht.