Serious Games

Haitis Katastrophe als Rollenspiel

Sechs Monate haben Dokumentarfilmer in Haiti gedreht und aus dem Material ein Computerspiel gemacht. Es zeigt, wie Newsgames helfen können, solche Katastrophen zu verstehen.

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Serious Games: Haitis Katastrophe als Rollenspiel

"Du hast gelernt", erscheint auf dem Bildschirm, wenn der Einsatz als Helfer im Katastrophengebiet Haiti beendet ist. Und es stimmt: Wer das Serious Game Inside the Haiti Earthquake spielt, lernt schnell, unter welch widrigen Bedingungen Menschen nach solchen Unglücken existieren müssen, wie viel Verzweiflung, Überforderung und Chaos dabei eine Rolle spielen. Daher kann Inside the Haiti Earthquake als ein gelungenes Lernspiel gelten.

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Ziel des Spiels, das kostenlos über einen Internetbrowser gespielt werden kann, ist es, die Situation kennenzulernen. Punkte gibt es nicht, einen Gewinner auch nicht, die Situation soll nacherlebt werden.

Dazu kann der Spieler wählen, ob er die Zeit nach dem Erdbeben als Journalist, als Helfer oder als Überlebender erfahren möchte. Der Einstieg ist simpel, nach einer Videosequenz mit Bildern der Zerstörungen folgt die Frage, welche Rolle der Spieler einnehmen will. Je nachdem wie er sich entscheidet, ändert sich der Verlauf des Spiels, die Geschichte.

Genauso schlicht geht es weiter. Nach einer Videosequenz, die eine Situation schildert, muss eine Entscheidung getroffen werden. Zeitaufwendig ist das nicht. Selbst wer bei jeder Entscheidungsfrage lange überlegen oder einige englische Begriffe nachschlagen muss, dürfte es in einer Dreiviertelstunde schaffen.

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Doch auch um Zeit geht es nicht. Manche der gewählten Alternativen führen zu nichts, weil die entsprechenden Wünsche auch im realen Haiti nicht erfüllbar waren. Wer etwa als Überlebender versucht, beim US-Militär oder bei den Vereinten Nationen als Helfer anzuheuern, wird einfach abgelehnt. Denn ihm fehlt die nötige Qualifikation. Wer weitermachen will, muss etwas tun, was er ursprünglich nicht wollte. Wie im echten Leben.

Haitis Katastrophe als Rollenspiel

So bekommt der Spieler einen Eindruck, warum selbst ein Jahr nach dem Beben die internationale Hilfe in Haiti als chaotisch beschrieben wird. Natürlich wird niemand, der nicht selbst dort war, nachvollziehen können, was es heißt, in solch einer Situation Entscheidungen treffen zu müssen. Dennoch wird diese Katastrophe mit dem Spiel greifbarer.

Das liegt an den teilweise harten Bildern, die zwar nie voyeuristisch sind, das Spiel aber für Kinder ungeeignet machen. Und es liegt vor allem an der Möglichkeit, anhand getroffener Entscheidungen Ausweglosigkeit nachzuerleben. Sollen Hilfsgüter sofort an die wartenden Menschen verteilt werden, oder ist es besser, sich zuvor Informationen von den Vereinten Nationen zu holen, wo die Hilfe am nötigsten ist? Wer braucht zuerst etwas zu essen, Helfer oder Opfer? Was ist zu tun? Weiterfilmen, wie eine Frau zu Tode getrampelt wird, damit die Welt davon erfährt, oder die Kamera liegen lassen und helfen?

Das ist hart. Aber die Härte der Entscheidungen ist es, die dem Spieler die Situation nahebringt. Viel näher, als Berichte es könnten.

Die Produzenten nutzten für Inside the Haiti Earthquake Filmaufnahmen, die sie für eine Dokumentation der Arbeit des Roten Kreuzes gedreht hatten. Das Spiel entstand erst danach als Zweitverwertung. Es zeigt, welches Potenzial sogenannte Newsgames haben können. [von Nicole Franziska Kögler/Zeit Online]

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