Spieletest Back to the Future: Zurück in die Zukunft mit McFly, Doc Brown und Biff

Mit Wehmut erinnert sich der ein oder andere Filmfan vielleicht noch an die drei Leinwandabenteuer der Back-to-the-Future-Reihe mit Michael J. Fox in der Hauptrolle, die zwischen 1985 und 1990 in die Kinos gekommen sind. Jetzt hat das auf Adventures spezialisierte Entwicklerstudio Telltale Games Back to the Future: The Game veröffentlicht, das nach dem dritten Film spielt und eine neue Handlung mit den bekannten Figuren erzählt. Die Ereignisse der Trilogie sind in der vorliegenden ersten Episode mit dem Untertitel "It's about time" dennoch präsent - durch Rückblenden, Anspielungen und vor allem eine Story, die sich inhaltlich nahtlos in die Reihe fügt.

Eben noch trauerte der junge Marty McFly den alten Zeiten und seinem Kumpel "Doc" Brown nach, da taucht auch schon überraschend der legendäre Delorean wieder auf. Und zwar mitsamt einer Botschaft vom Doc, dem Hund Einstein und ein paar anderen, teils mehr, teils weniger bekannten Gegenständen. Doc Brown ist in Schwierigkeiten, Marty soll helfen, aber natürlich ist eine Reise durch die Historie immer noch mit ein paar Problemen verbunden. Bevor also der Zeitmesser auf das richtige Jahr eingestellt ist, sind die ersten Rätsel zu lösen.








Telltale Games verlässt sich auf typische Adventuretugenden: Gespräche führen, Gegenstände untersuchen, Dinge im Inventar ablegen und miteinander kombinieren - und von Zeit zu Zeit ein paar Rätsel und Puzzles lösen. Der Schwierigkeitsgrad ist einsteigerfreundlich und sehr niedrig, wer dennoch nicht weiterkommt, bekommt Tipps und Ratschläge per Mausklick.
Anspielungen im Minutentakt
Den besonderen Charme des Spiels machen der gekonnte Umgang mit der Vorlage, der stimmige Humor und die tolle Atmosphäre aus - wer die Filme kennt und liebt, bekommt witzige Anekdoten, Zitate und Ideen im Minutentakt geboten, die Liebe zum Detail ist vorbildlich. Auch die Präsentation wirkt stimmig, die Ähnlichkeit vom digitalen Marty und Michael J. Fox ist zwar nicht überragend, aber durchaus vorhanden. Ähnliches gilt für die deutschen Synchronstimmen, die passend ausgewählt wurden, wie überhaupt die gesamte Lokalisierung überzeugt. Wer Englisch bevorzugt, kann beim Download des Spiels allerdings auch die Originalversion von Back to the Future auswählen.








Makellos ist die erste Episode von Back to the Future dennoch nicht: Die Maussteuerung funktioniert bei Gesprächen und dem Interagieren mit Objekten zwar hervorragend, beim Bewegen allerdings nicht - wieso Marty bei gedrückter Maustaste zum Bestimmungsort gezogen werden muss und nicht ein einfacher Klick reicht, will sich beim Spielen nicht erschließen. Die alternativ mögliche WSAD-Tastatursteuerung ist genauso hakelig. Zudem gibt es immer mal wieder kleinere, nicht spielentscheidende, aber doch irritierende Bugs - etwa wenn bei der Sprachausgabe bestimmte Teile einfach verschluckt werden.
Ein weiterer Kritikpunkt ist die Spielzeit - schon nach wenigen Stunden ist Episode 1 durchgespielt. Auf Nachschub muss man aber auch ohne Zeitreisemöglichkeit nicht lange warten: Ab Februar 2011 will Telltale im Monatsrhythmus die vier weiteren Episoden veröffentlichen.
Episode 1 ist etwa 360 MByte groß und ab sofort als Download für Windows-PC und Mac OS X erhältlich. Der Preis liegt bei rund 25 US-Dollar, beinhaltet dann allerdings auch alle kommenden Episoden.
Fazit
Aller Kürze und technischen Macken zum Trotz: Wie es Telltale gelingt, der altehrwürdigen Kultlizenz gerecht zu werden, verdient Respekt. In jeder Spielsituation ist spürbar, dass die Entwickler selbst Fans der Filmtrilogie sind - und eben deshalb auch in der Lage waren, eine inhaltlich stimmige und atmosphärisch hervorragende Fortsetzung zu erschaffen. Ein derart geglückter und respektvoller Umgang mit einer Filmlizenz ist im Games-Genre eine Seltenheit - da kann nicht mal die hakelige Bedienung den Spielspaß trüben.



