Reaktion auf Wikileaks: US-Behörden sollen nach potenziellen Lecks Ausschau halten
Die US-Regierung hat Behörden des Landes aufgerufen, Maßnahmen zu ergreifen, um künftig die Weitergabe von geheimen Dokumenten zu verhindern. Die Behördenleiter werden aufgerufen, gezielt nach Mitarbeitern Ausschau zu halten, die unzufrieden genug sind, um Dritten geheimes Material zuzuspielen, wie der US-Fernsehsender NBC(öffnet im neuen Fenster) berichtet.
Schreiben aus dem Weißen Haus
Dem Sender liegt ein Rundschreiben des Weißen Hauses(öffnet im neuen Fenster) vor, in dem detailliert beschrieben wird, worauf die Behörden überprüft werden sollen. Das Schreiben ist laut NBC von Geheimdienstmitarbeitern verfasst worden. Als Absender firmiert Jacob Lew, der das Office of Management and Budget des Weißen Hauses leitet.
So sollen die Behörden beispielsweise Programme zur Spionageabwehr und zum Aufspüren von Innentätern aufsetzen. Dabei sollen auch Psychiater und Soziologen eingesetzt werden. Diese sollen die Stimmung unter den Angestellten ermitteln, da nur Zufriedenheit ein Garant für Vertrauenswürdigkeit sei. Gleichzeitig schlagen die Autoren eine Kontrolle der Mitarbeiter vor. Diese sollen beispielsweise über alle Kontakte zu Journalisten Bericht erstatten. Schließlich gibt das Schreiben ausführliche Anweisungen zur Computersicherheit.
Reaktion auf Wikileaks
Das Rundschreiben des Weißen Hauses ist eine Reaktion auf die Veröffentlichung von Dokumenten der US-Regierung durch Wikileaks . Auf dem Internetportal waren 2010 Berichte der US-Armee aus Afghanistan und dem Irak sowie Depeschen von US-Diplomaten aufgetaucht.
Zuvor hatte die Darpa , die Forschungsagentur des US-Verteidigungsministeriums, die Entwicklung einer Überwachungstechnik in Auftrag gegeben. Diese soll erkennen, wenn von geheimen Computern Dokumente unrechtmäßig heruntergeladen werden. Im vergangenen Monat hat das US-Militär seinen Angehörigen verboten, im Dienst mobile Speicher wie USB-Sticks oder beschreibbare CDs und DVDs zu nutzen .