• IT-Karriere:
  • Services:

Rechtslage noch unklar

"Die Rechtslage ist noch sehr unklar. Bei einem internationalen Anbieter wie Facebook muss zunächst einmal festgestellt werden, ob überhaupt deutsches Recht anwendbar ist", sagt der IT-Rechtsexperte Michael Wollenhaupt aus Berlin. Auch er warnt davor, das Geburtsdatum bei Facebook zu veröffentlichen. Es müssten allerdings zwei wesentliche Dinge unterschieden werden: "Dass ein Unternehmen wie Facebook die personenbezogenen Daten abfragt, ist nicht ungewöhnlich. Wenn Nutzer ihre Geburtsdaten in den Profilen aber veröffentlichen, liegt das in ihrem Verantwortungsbereich."

Stellenmarkt
  1. Hekatron Technik GmbH, Sulzburg
  2. BELFOR Deutschland GmbH, Duisburg

Trotzdem bleibt eine rechtlich noch offene Frage: Darf das Geburtsdatum überhaupt von einem sozialen Netzwerk abgefragt werden? Das sei nicht abschließend geklärt, sagt Wollenhaupt. "Wenn dies aber zu bejahen ist, dürfte Facebook auch einen Anspruch auf richtige Daten haben und könnte diese auch prüfen."

Wie aber funktioniert das? Volker Steinhoff vermutet, dass Facebook das Verhalten seiner Nutzer beobachtet und auswertet. "Die werden eine interne Software dafür verwenden, um die Änderung solcher Daten zu verfolgen. Wahrscheinlich registrieren sie noch ganz andere persönliche Daten", vermutet der Journalist.

Facebook hingegen erklärt, Accounts würden erst gesperrt, wenn andere Nutzer sie als nicht authentisch meldeten. Erst dann prüfe ein Team die Inhalte des Profils. Genau dies sei im Falle des Journalisten geschehen.

Volker Steinhoff glaubt daran nicht. Dass einer seiner wenigen Kontakte seinen Account als bedenklich gemeldet habe, hält der Journalist für unwahrscheinlich. Vor allem, weil das Datum nach der zweiten Änderung für niemanden mehr sichtbar war. Wie konnten andere Nutzer da erkennen, dass es falsch war? "Vielleicht sollte ich meine Freunde auf Facebook mal danach fragen?", sagt Steinhoff und lacht.

Lustig allerdings fand er die ganze Geschichte nicht und auch nicht die Art und Weise, wie das Netzwerk damit umging. Als das Unternehmen beispielsweise erfuhr, dass er Redaktionsleiter eines politischen Fernsehmagazins ist, war das reale Geburtsdatum auf einmal nicht mehr so wichtig. "Plötzlich reichte es aus, das Geburtsjahr anzugeben", sagt Steinhoff.

Worum also geht es Facebook? Wenn es das Ziel ist, Missbrauch zu verhindern und die seltsame Annahme richtig sein sollte, dass korrekte Daten dabei helfen, müsste konsequent gegen falsche Angaben vorgegangen werden. Doch gibt es unzählige Profile, die keine korrekten Informationen und keine echten Profilbilder enthalten. Millionen Accounts müssten gesperrt werden. Ganz zu schweigen von den Profilen von Unternehmen und Produkten, hinter denen sich gar keine realen Menschen verbergen.

Das passiert nicht. Weswegen die Vermutung nahe liegt, dass Facebook seine Nutzer nur so genau wie möglich kennen will. Steinhoff findet das nicht so lustig. Sein Account ist zwar wieder freigeschaltet. Ob er ihn weiter nutzen wird, weiß er jedoch noch nicht. [von Tina Groll / Zeit Online]

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Identitätsdiebstahl: Facebook zwingt Nutzer zu Ehrlichkeit
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Hardware-Angebote

Markus-vienna 05. Jan 2011

Ich muss ehrlich sagen, dass ich mich schon gar nimmer traue, schlecht über FB zu...

laberste 05. Jan 2011

samy hats mal wieder nicht verstanden, weiter machen!

DochLeider 05. Jan 2011

Ich weiß nicht wer Dir das als Märchen erzählt hat oder wo Du das gelesen hast. Dass...

Sowas auch 05. Jan 2011

Tja, Facebook könnte von Blizzard lernen ... und vielleicht sparen xD

Baron Münchhausen. 05. Jan 2011

Die fragen einfach "igendeine" Behörde nach den Daten und kriege diese sogar ab eine...


Folgen Sie uns
       


Warum Intels erste CPU nicht Intel gehörte - (Golem Geschichte)

Intel leistete in den 70ern Pionierarbeit und wäre dennoch fast gescheitert. Denn ihren bahnbrechenden 4-Bit-Mikroprozessor wurden sie erst gar nicht los.

Warum Intels erste CPU nicht Intel gehörte - (Golem Geschichte) Video aufrufen
Programm für IT-Jobeinstieg: Hoffen auf den Klebeeffekt
Programm für IT-Jobeinstieg
Hoffen auf den Klebeeffekt

Aktuell ist der Jobeinstieg für junge Ingenieure und Informatiker schwer. Um ihnen zu helfen, hat das Land Baden-Württemberg eine interessante Idee: Es macht sich selbst zur Zeitarbeitsfirma.
Ein Bericht von Peter Ilg

  1. Arbeitszeit Das Sechs-Stunden-Experiment bei Sipgate
  2. Neuorientierung im IT-Job Endlich mal machen!
  3. IT-Unternehmen Die richtige Software für ein Projekt finden

Weclapp-CTO Ertan Özdil: Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!
Weclapp-CTO Ertan Özdil
"Wir dürfen nicht in Schönheit und Perfektion untergehen!"

Der CTO von Weclapp träumt von smarter Software, die menschliches Eingreifen in der nächsten ERP-Generation reduziert. Deutschen Perfektionismus hält Ertan Özdil aber für gefährlich.
Ein Interview von Maja Hoock


    Fiat 500 als E-Auto im Test: Kleinstwagen mit großem Potenzial
    Fiat 500 als E-Auto im Test
    Kleinstwagen mit großem Potenzial

    Fiat hat einen neuen 500er entwickelt. Der Kleine fährt elektrisch - und zwar richtig gut.
    Ein Test von Peter Ilg

    1. Vierradlenkung Elektrischer GMC Hummer SUV fährt im Krabbengang seitwärts
    2. MG Cyberster MG B Roadster mit Lasergürtel und Union Jack
    3. Elektroauto E-Auto-Prämie übersteigt in 2021 schon Vorjahressumme

      •  /