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Neue Medien 2050

Der Journalist als Datenkumpel

Wie sieht der journalistische Beruf in 40 Jahren aus? Diese Frage stellte sich Journalistin und Aktivistin Annalee Newitz. Sie kommt zu dem Schluss, dass das Netz neue Fähigkeiten von Journalisten fordert: Sie müssen unter anderem auch programmieren können.

Artikel veröffentlicht am ,
Annalee Newitz auf dem 27C3
Annalee Newitz auf dem 27C3

Journalisten sollen nicht nur Informationen sammeln, sondern auch aufbereiten und kommentieren. Das sei die klassische Beschreibung des Journalismus, so Newitz. In den Neuen Medien müssten sich die Fähigkeiten eines Journalisten anpassen. Newitz stellte drei Bereiche vor, die ihrer Meinung nach im Jahre 2050 die Arbeit eines Journalisten umfassen könnten.

Der Journalist als Hacker

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Der Hacker-Entwickler-Journalist wird Werkzeuge entwickeln, die Informationen suchen, analysieren und veröffentlichen. Als Beispiel führte Newitz den Journalisten Kevin Poulson von der Webseite Wired an. Er ging vor etwa vier Jahren dem Gerücht nach, auf dem Webportal Myspace würden immer mehr Kinderschänder ihr Unwesen treiben. Mit einem selbst erstellten Perl-Script suchte er zunächst in einer Datenbank nach verurteilten Kinderschändern. Das Skript verglich die Namen mit denen in Myspace-Profilen. Seine Ergebnisse führten zu mindestens einer Verhaftung.

Als zweites Beispiel führte sie die Ushahidi-Mapping-Plattform an, die nach dem Erdbeben in Haiti genutzt wurde, um eine interaktive Karte des vom Erdbeben heimgesuchten Landes zu erstellen. Eine Radiostation in Haiti verbreitete damals eine SMS-Nummer, über die Einwohner und Helfer Informationen einschicken konnten. Das sei nicht reiner Crowd-Journalismus, sagte Newitz, denn viele Redakteure im Hintergrund mussten das Material sichten und auswerten, bevor es in die Karte eingepflegt wurde.

Newitz verglich Hacker-Entwickler-Journalisten mit den ersten Kriegsfotografen, die das damals neue Medium ins Feld trugen, um dort Aufnahmen zu machen - samt Entwicklungslabor.

Der Journalist als Data-Miner

Der künftige Data-Minig-Reporter muss Daten mit entsprechenden Werkzeugen analysieren, so Newitz. So geriet bei einer ersten Analyse des Flash-Crash an der New Yorker Börse am 6. Mai 2010 ein eingesetzter Algorithmus in Verdacht, Amok gelaufen zu sein. Damals fiel der Nasdaq-Index in zwölf Sekunden auf fast null Punkte. Eine Analyse der Firma Nanex auf Millisekunden-Ebene ergab, dass der panische Handel mit der e-Mini-Aktie den Markt kurzzeitig völlig überlastete.

Wikileaks sei das wohl prominenteste Beispiel für Datamining: Die Cablegate-Dokumente wurden wie zuvor auch die Dokumente zum Irak- und Afghanistan-Krieg beispielsweise mit Software nach Namen durchsucht, die später redigiert werden mussten.

Wikileaks werde unter anderem auch deshalb verteufelt, weil es die Neuen Medien nutze, so Newitz, und das werde auch auf die Neuen Medien übertragen. Dabei zeige sich gerade hier, dass die Neuen Medien auch auf herkömmlichen Journalismus angewiesen seien. Wikileaks hatte die Dokumente vorab an zahlreiche bekannte Medien verteilt, die sich an der Redaktion der Dokumente beteiligten.

In einem etwas wackeligen Vergleich führte Newitz den Muckraking-Journalismus aus den USA im vorletzten Jahrhundert an: Die Journalistin Nelly Bly ließ sich 1887 freiwillig in eine New Yorker Anstalt einweisen und deckte dadurch die miserablen Zustände auf, die dort vorherrschten. Nach der Veröffentlichung ihres Artikels wurden etliche Insassen freigelassen und die Zustände dort verbessert.

Journalismus und Crowd-Engineering

Der Crowd-Engineer redigiert und organisiert Fakten, Meinungen und Bewertungen, die von großen Menschengruppen ausgehen. Webplattformen wie Digg oder Reddit verwenden schon jetzt komplexe Algorithmen, etwa "Automated Opinion Shaping", um bestimmte Nachrichten höher zu werten als andere. Möglich wäre, dass künftig auch Menschen diesen Job übernehmen.

Forenbetreuer gehören ebenfalls in diese Kategorie, so Newitz: Sie vermitteln, erstellen und verändern auch gesellschaftliche Normen in ihren Arbeitsbereichen, denn Foren sind auch geschlossene Meinungsgebiete. Newitz führt als Beispiel den virtuellen Überfall eines feministischen Flashmobs auf eines der 4Chan-Foren an. Dessen Moderatoren würden vermutlich schnell den Status Quo wiederherstellen wollen, indem sie die Postings des Flashmobs löschen und die Poster ausschließen.

Dieser Berufszweig entspreche in etwa den heutigen Meinungsforschern oder dem Redakteur, der die Briefe an die Redaktion auswertet.

Dem vielfach beklagten Abgesang des Journalismus nach dem Auftauchen der neuen elektronischen Medien erteilte Newitz eine Absage. Er werde sich lediglich ändern. Der traditionelle Journalismus bliebe unerlässlich, müsse mit den neuen Medien zusammenarbeiten und umgekehrt, antwortete Newitz auf eine Zuschaueranfrage.



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Weltherrschaft 03. Jan 2011

Und was sollen die Journalisten denn so programmieren!? Muss in Zukunft ein Architekt...

Knux 02. Jan 2011

Investigativer Journalismus ist teuer - der Journalist muss lange Zeit recherchieren, um...

gkxkzdkzxkzckhxkh 01. Jan 2011

Wenn du dein auto selber ausschaltest, ist das was anderes als wenn der sprit alle ist...

toooom 31. Dez 2010

Ich glaube diese Tante Annalee Newitz weiß überhaupt wovon sie redet und will vermutlich...


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