Network Data Analysis System

RIM soll indischer Regierung Abhörmöglichkeit anbieten

Der Blackberry-Hersteller RIM soll im Abhörstreit mit der indischen Regierung einen Kompromiss angeboten haben. Doch die Angaben von RIM und dem indischen Heimatministerium gehen weit auseinander.

Artikel veröffentlicht am ,
Ministry of Home Affairs (Bild: Ministry of Home Affairs)
Ministry of Home Affairs (Bild: Ministry of Home Affairs)

Research in Motion soll im Streit mit der indischen Regierung die Installation einer Abhörlösung in seinen dortigen Rechenzentren angeboten haben. Das berichtet die indische Tageszeitung Economic Times unter Berufung auf Regierungskreise.

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Der kanadische Hersteller hat noch bis zum 31. Januar 2011 Zeit, eine Lösung in dem Streit zu präsentieren. Die indische Regierung droht, die Blackberry-Dienste zu verbieten, sollten die Geheimdienste des Landes nicht Zugang zu sämtlichen Angeboten bekommen. Terroristen könnten die Technik zur Vorbereitung von Anschlägen nutzen, heißt es zur Begründung. Die Auseinandersetzung dauert schon drei Jahre.

Das Heimatministerium wolle die Einrichtung eines Abhörsystems, das sie als Network Data Analysis System (NDAS) bezeichnet, berichtet die Zeitung. Es müsse jeden Datenstrom im Netzwerk von Research In Motion entschlüsseln und sicherstellen, dass abgehörte und decodierte Nachrichten nicht ins Ausland gelangten. Das Ministerium streite sich laut einer internen Mitteilung, die der Zeitung vorliegen soll, mit Research In Motion noch darüber, wo die Abhöreinrichtungen aufgestellt werden.

"In der zuletzt von RIM vorgeschlagenen Lösung läuft die Entschlüsselung automatisch. Abgefangene und entschlüsselte Daten gelangen nicht außer Landes. RIM hat zugesagt, das NDAS in Indien zu installieren", heißt es in einem Schreiben des stellvertretenden Direktors des Innenministeriums, Arvind Kumar, so die Zeitung.

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Research In Motion hat gegenüber dem IDG News Service erklärt, dass über das NDAS der indischen Regierung nur in Einzelfällen ein Zugang zu Endkundendiensten wie dem Blackberry Messenger gewährt würde.

Zu dem verschlüsselten E-Mail-Verkehr der Firmenkunden über den Blackberry Enterprise Server könne kein Zugang gewährt werden. Das Unternehmen habe keine Möglichkeit, eine Entschlüsselung für den Server anzubieten, da kein Generalschlüssel oder eine Hintertür existiere. In einer Golem.de vorliegenden, früheren Stellungnahme bekräftigte RIM: "Die Blackberry-Enterprise-Lösung wurde entwickelt, um RIM oder jedwede dritte Partei unter allen Umständen daran zu hindern, verschlüsselte Informationen lesen zu können. Verschlüsselte Daten werden von RIM weder gespeichert noch können diese Daten eingesehen werden. RIM ist nicht in der Lage, Forderungen nach einer Kopie des Schlüssels eines Unternehmens nachzukommen, da weder RIM noch irgendein Provider noch irgendeine dritte Partei über einen Schlüssel verfügt - zu keinem Zeitpunkt."

"Es gibt lediglich eine einzige Blackberry-Enterprise-Lösung, die unseren Kunden weltweit zur Verfügung steht. Diese Lösung wird nicht an die verschiedenen Märkte, in denen wir operieren, angepasst. Alle Aussagen, wir würden Ausnahmen speziell für Regierungen einzelner Länder in Betracht ziehen oder hätten solche Ausnahmen bereits gemacht, sind gegenstandslos", betonte der Blackberry-Hersteller.

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