Tomorrownow: SAP muss in Piraterieprozess Zinsen an Oracle zahlen

Ein US-Gericht hat festgelegt, dass SAP zusätzlich zu der Strafe von 1,3 Milliarden US-Dollar, die SAP dem Konkurrenten Oracle schuldet, Zinsen in Höhe von 16,5 Millionen US-Dollar zahlen muss. Oracle hatte 211,7 Millionen US-Dollar gefordert. SAP-Sprecher Saswato Das erklärte zu der Entscheidung von Richterin Phyllis J. Hamilton aus Oakland, Kalifornien: "Wir gehen davon aus, dass Oracle nur der reine Schadensersatz zusteht. Doch wir freuen uns, dass das Gericht uns darin zustimmte, die Zinsen ordnungsgemäß zu berechnen, wodurch die Höhe drastisch gesenkt wurde" .
Oracle wollte Zinsen rückwirkend für die letzten fünf Jahre. "Das Gericht schließt sich nicht der Auffassung an, dass die Zinsen für das Jahr, in dem die hypothetischen Lizenzverhandlungen hätten beginnen sollen, berechnet werden müssen" , schrieb Hamilton in der Begründung. SAP war im November 2010 im Prozess um Urheberrechtsverletzungen von einem Gericht in den USA durch die SAP-Tochter Tomorrownow zu Schadensersatzzahlungen in Höhe von 1,3 Milliarden US-Dollar verurteilt worden.
SAP übernahm Tomorrownow im Jahr 2005 für zehn Millionen US-Dollar . Das Unternehmen war Spezialist für Wartungs- und Supportdienstleistungen für Peoplesoft- und JDE-Produkte Oracles. Tomorrownow-Beschäftigte sollen Zugangsdaten von Oracle-Kunden genutzt haben, um tausende Softwareprodukte und andere vertrauliche Dokumente von Oracles Servern herunterzuladen. SAP räumte im Juli 2007 "unangemessene Downloads" von Oracle-Supportmaterial ein, auch wenn Tomorrownow berechtigt gewesen sei, sich im Auftrag seiner Kunden Material von Oracle zu holen. Ende Oktober 2008 hatte SAP den Geschäftsbetrieb von Tomorrownow eingestellt.