Abo
  • Services:

GSM-Sniffing

Telefonate mit alten und billigen Handys abhören

Um die Position eines Netzteilnehmers herauszufinden und seine Gespräche aufzuzeichnen, braucht es nur wenig: die Telefonnummer, etwas freie Software und ein günstiges altes Handy.

Artikel veröffentlicht am ,

Karsten Nohl und Sylvain Munaut demonstrierten auf dem 27. Hackerkongress des Chaos Computer Clubs mit einfachen Mitteln, wie die gesamte Telekommunikation eines Netzteilnehmers, inklusive Gespräche in Handynetze, abgehört werden können. Zudem ist es möglich, weltweit den Ort eines Nutzers zu bestimmen. Normalerweise kosten die entsprechenden Gerätschaften, beispielsweise für den Polizeieinsatz, zwischen 40.000 und 50.000 Euro. Dieser finanzielle Aufwand ist jedoch nicht nötig. Es reicht ein altes Handy. Zudem muss der Angreifer in den Besitz der Telefonnummer kommen. Das dürfte nur in wenigen Fällen eine echte Hürde sein.

Inhalt:
  1. GSM-Sniffing: Telefonate mit alten und billigen Handys abhören
  2. Unsichere Kommunikation in GSM-Netzen

Das erworbene Angriffstelefon muss modifiziert werden. Entsprechende Open-Source-Firmware gibt es beim Osmocom-Projekt. Außerdem muss der Nutzer für einen Angriff den Verkehr der entsprechenden Mobilfunkzelle abhören können. Um in die Nähe eines Opfers zu kommen, reicht allerdings eine einfache Abfrage beim Netz, das bereitwillig Auskunft erteilt. Die Privatsphäre eines Nutzers wird hier nicht vom Netzbetreiber geschützt, im Unterschied zu Informationen, die für die Abrechnung beim Kunden des Netzbetreibers wichtig sind.

In insgesamt drei Schritten wird der Nutzer bis auf die Zelle genau geortet. Dazu verwendet der Angreifer stille Kurznachrichten, von denen der Nutzer prinzipbedingt nichts erfährt. Sollte der Netzbetreiber solche Nachrichten blockieren, gibt es noch den Weg mit einer kaputten Kurzmitteilung. Neben der Position erfährt der Angreifer noch die IMSI (International Mobile Subscriber Identity) und TMSI (Temporary Mobile Subscriber Identity) des Nutzers, wichtige Informationen zur effektiven Filterung der Daten einer Mobilfunkzelle.

GSM-Verschlüsselung ist keine Hürde

Das Angriffstelefon muss mit einer neuen Firmware bespielt und der DSP-Code des Handys gepatcht werden, damit die Verschlüsselung ignoriert wird. Das Handy muss mit einem Computer verbunden werden, damit die Daten effizient ausgewertet werden können. Dass die GSM-Verschlüsselung keine Hürde ist, hat Nohl schon mehrfach bewiesen.

Stellenmarkt
  1. Zühlke Engineering GmbH, München, Hannover, Stuttgart, Hamburg, Frankfurt am Main
  2. IAV GmbH, Sindelfingen

Um beide Kommunikationswege abzuhören, vom Angegriffenen zur Zelle (Uplink) und von der Mobilfunkzelle zum Netzteilnehmer (Downlink), muss im Angreifertelefon zudem der Uplink-Filter entfernt werden.

Nohl und Munaut demonstrierten das vor dem Hackerpublikum erfolgreich. Mit nur vier Handys wurde das Gespräch zwischen zwei dieser Geräte abgehört. Sie waren in einem kommerziellen GSM-Netzwerk eingebucht, also nicht im experimentellen GSM-Netzwerk des Kongresses. Herausgekommen sind zwei Dateien mit Audioaufnahmen: eine Uplinkdatei und eine Downlinkdatei mit den Gesprächsinhalten der beiden Teilnehmer. Diese müssen nur noch zusammengeführt werden.

Unsichere Kommunikation in GSM-Netzen 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 119,90€
  2. 349,00€ (inkl. Call of Duty: Black Ops 4 & Fortnite Counterattack Set)

Fatal3ty 30. Dez 2010

Ich nutze auch Blackberrys und bin bei O2 und ich kann zwischen "2G", "3G" und "2G und...

Puh-Bär 30. Dez 2010

Geht das auch auf Deutsch? Nein geht es nicht. Wiso? Weil sich das auf Deutsch scheisse...

andenlangweiligen 30. Dez 2010

Woher willst du das denn bitte wissen? Gerade der Hausfrauentratsch -"ich habe gesehen...

Mike7 30. Dez 2010

Was meinst du in diesem Zusammenhang mit Base Station?

Mike7 29. Dez 2010

Ich glaube du missverstehst hier den Unterschied. Eine BT-Scan und Verbindung mit "0000...


Folgen Sie uns
       


Raytracing in Metro Exodus im Test

Wir schauen uns Raytracing in Metro Exodus genauer an.

Raytracing in Metro Exodus im Test Video aufrufen
Struktrurwandel: IT soll jetzt die Kohle nach Cottbus bringen
Struktrurwandel
IT soll jetzt die Kohle nach Cottbus bringen

In Cottbus wird bald der letzte große Braunkohle-Tagebau zum Badesee. Die ansässige Wirtschaft sucht nach neuen Geldquellen und will die Stadt zu einem wichtigen IT-Standort machen. Richten könnten das die Informatiker der Technischen Uni - die werden aber direkt nach ihrem Abschluss abgeworben.
Von Maja Hoock

  1. IT-Jobporträt Spieleprogrammierer "Ich habe mehr Code gelöscht als geschrieben"
  2. Recruiting Wenn die KI passende Mitarbeiter findet
  3. Softwareentwicklung Agiles Arbeiten - ein Fallbeispiel

Varjo VR-Headset im Hands on: Schärfer geht Virtual Reality kaum
Varjo VR-Headset im Hands on
Schärfer geht Virtual Reality kaum

Das VR-Headset mit dem scharfen Sichtfeld ist fertig: Das Varjo VR-1 hat ein hochauflösendes zweites Display, das ins Blickzentrum des Nutzers gespiegelt wird. Zwar sind nicht alle geplanten Funktionen rechtzeitig fertig geworden, die erreichte Bildschärfe und das Eyetracking sind aber beeindruckend - wie auch der Preis.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Und täglich grüßt das Murmeltier Sony bringt VR-Spiel zu Kultfilm mit Bill Murray
  2. Steam Hardware Virtual Reality wächst langsam - aber stetig
  3. AntVR Stirnband soll Motion Sickness in VR verhindern

Honor Magic 2 im Test: Die Smartphone-Revolution ist aufgeschoben
Honor Magic 2 im Test
Die Smartphone-Revolution ist aufgeschoben

Ein Smartphone, dessen vordere Seite vollständig vom Display ausgefüllt wird: Diesem Ideal kommt Honor mit dem Magic 2 schon ziemlich nahe. Nicht mit Magie, sondern mit Hilfe eines Slider-Mechanismus. Honor verschenkt beim Magic 2 aber viel Potenzial, wie der Test zeigt.
Ein Test von Tobias Czullay

  1. Honor Neues Magic 2 mit Slider und ohne Notch vorgestellt
  2. Huawei Neues Honor 8X kostet 250 Euro
  3. Honor 10 vs. Oneplus 6 Oberklasse ab 400 Euro

    •  /