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We come in peace: Ausverkaufter Hackerkongress 27C3 im Stream

27C3
Dieses Mal gibt es keine Chance mehr, Dauertickets für den 27. Chaos Communication Congress (27C3) zu bekommen: Die Veranstaltung ist ausverkauft. Wer dennoch das interessante Programm live verfolgen will, für den gibt es noch eine Chance.
/ Andreas Sebayang
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Fairy Dust vor dem BCC
Fairy Dust vor dem BCC

Zwischen den Jahren(öffnet im neuen Fenster) findet der 27. Chaos Communication Congress (27C3) wieder an vier Tagen statt. Erstmals hat der Chaos Computer Club einen Vorverkauf gestartet und verschiedene Ticket-Kontingente bereitgestellt. Damit will der Veranstalter verhindern, dass Hacker umsonst anreisen und ohne Ticket in Berlin verweilen müssen. Der Hackerkongress ist in den letzten Jahren immer beliebter geworden und hat das Berliner Congress Center (bcc) an seine Belastungsgrenze gebracht. Der Vorverkauf bedeutet aber auch, dass das spontane Anreisen zwecklos ist. Die Veranstaltung ist nahezu ausverkauft. Dauertickets gibt es schon seit Anfang Dezember 2010 nicht mehr.

Vereinzelt ist noch mit der Verfügbarkeit von Tagestickets ab dem zweiten Kongresstag zu rechnen. Diese dürften aber stark limitiert sein und sind damit nur für Personen von Interesse, die sich ohnehin in oder um Berlin befinden.

Eine Alternative sind die Peace Missions(öffnet im neuen Fenster) . Wie schon beim 26C3 gibt es weltweit Treffpunkte, an denen gemeinsam der Kongress verfolgt werden kann.

Stream statt Eintrittskarten

Alle anderen können sich wie gehabt mit dem Stream der Vorträge anfreunden(öffnet im neuen Fenster) . In der Regel wird ein Großteil der Vorträge über das Internet verbreitet. Nur wenige Beiträge müssen ohne Kamera auskommen. In seltenen Fällen wird der Stream bei bestimmten Veranstaltungen kurzerhand abgeschaltet.

Auch Kongressbesucher müssen ab und an auf den Stream zurückgreifen. Wenn ein Saal zu voll wird, dann wird kein Einlass mehr gewährt. Die Interessenten müssen anderweitig zuschauen. Über das hausinterne WLAN soll aber keiner die Streams nutzen. Das Netzwerk würde dem Andrang nicht standhalten, wie die Veranstalter befürchten. Wer unbedingt drahtlos die Vorträge verfolgen will, kann dies auch über den DVB-T-Stream(öffnet im neuen Fenster) tun. Die Bundesnetzagentur hat dem CCC dafür eine Frequenz zugeteilt, auf der mit 6 Watt ERP gesendet wird. Auch per LAN wird der Stream angeboten.

Aus Kapazitätsgründen werden WLAN-Geräte, die nur IEEE 802.11b benutzen, nicht im WLAN zugelassen. Im 2,4-GHz-Bereich sind nur 802.11g/n-Geräte zugelassen. Beim normalerweise weniger belasteten 5-GHz-Band sind es WLAN-Empfänger, die 802.11a/n unterstützen. Vor dem Aufspannen eigener Netze oder Ad-hoc-Verbindungen warnt der CCC. Das würde dem Netzwerk nicht guttun.

GSM-Mobilfunknetz dieses Mal mit GPRS und EDGE

Daten will der CCC auf dem Kongress nicht nur per LAN und WLAN verteilen, sondern erstmalig auch per WWAN. Wie angekündigt , wird Datenverkehr per GPRS und dem schnelleren EDGE unterstützt. Voraussetzung ist ein Net- und SIM-Lock-freies Gerät, welches in der Lage ist, sich auf dem 1,8-GHz-Band mit den Mobilfunkzellen zu verbinden.

Außerdem braucht es eine SIM-Karte, die Interessenten beim GSM#Helpdesk erwerben und auch in zukünftigen CCC-Netzen verwenden können. Das Mobilfunknetz mit Datenverkehr ist ein Experiment.

Fahrplan für Smartphones

Den recht umfangreichen sogenannten Fahrplan für die Veranstaltungen der vier Tage gibt es direkt über die Webseite(öffnet im neuen Fenster) . Alternativ bietet der CCC dort auch das Programm als PDF-Dateien an. Allerdings ändert sich das Programm durchaus während eines Kongresses, so dass die Onlinevariante vorzuziehen ist. Ebenfalls verlinkt sind einige Apps für verschiedene Smartphones. Für Android gibt es derzeit drei Anwendungen. Für WebOS- und iOS-Geräte sind jeweils zwei Apps verlinkt.

Das Themenspektrum ist ziemlich weit gefasst. Es gibt technisch sehr anspruchsvolle Hackervorträge, gesellschaftliche Betrachtungen und allgemeines zur Politik. Vor allem Whistleblowing, das derzeit mit Wikileaks und den Depeschen alias Cablegate in der Öffentlichkeit diskutiert wird, dürfte viele interessieren. Man nimmt sich der kommenden Volkszählung an und mit Zensursula und Censilia gibt es einen Rückblick auf zwei bekannte Politikerinnen in Europa. Ein Schwerpunkt werden auch Smartphones und Mobilfunknetze sein. Für Unterhaltung dürften am letzten Tag wieder die Security Nightmares sorgen. Zum elften Mal präsentieren Frank Rieger und Ron wieder Sicherheitsprobleme, die so lieber nicht hätten auftauchen sollen und wagen einen Blick in die Glaskugel für das Sicherheitsjahr 2011.

Die Vorträge sind teils in englischer Sprache.

Der Chaos Communication Congress in seiner 27. Ausführung startet am 27. Dezember 2010 um 11:30 Uhr im Berliner Congress Center, in unmittelbarer Nähe des Alexanderplatzes in Berlin-Mitte.


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