Jugendschutz: Bayern blockiert Altersfreigabe von Dead Space 2

Das von Christine Haderthauer (CSU) geführte bayerische Sozialministerium legt Einspruch gegen die Freigabe der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) für Dead Space 2 von Electronic Arts ein. Die Gutachter der USK hatten das Actionspiel Mitte Dezember 2010 – laut EA nach monatelanger, fünffacher Prüfung – mit dem Logo "ab 18" versehen. In der Kampagne waren keine Änderungen gegenüber dem US-Original notwendig. Im Multiplayermodus musste lediglich die Möglichkeit des Friendly Fire entfernt werden.

Das geht dem bayerischen Sozialministerium offenbar nicht weit genug. Es hat das sogenannte Appellationsverfahren eingefordert – was bedeutet, dass Dead Space 2 noch ein sechstes Mal von der USK im Hinblick auf Jugendschutz unter die Lupe genommen werden muss. Nach Angaben von EA wird diese Prüfung erst im Januar 2011 stattfinden können, entsprechend sei der Veröffentlichungstermin am 27. Januar 2011 in Deutschland gefährdet.
Olaf Coenen, Chef von Electronic Arts Deutschland, ärgert sich über die Politik des bayerischen Sozialministeriums: "Wir sind seit Juli 2010 mit der USK im Gespräch über Dead Space 2. Es gab insgesamt fünf USK-Prüfungen mit der finalen Entscheidung, das Spiel zu kennzeichnen. Danach haben wir – so wie das in den 30.000 Fällen zuvor auch Praxis war – die weiteren Produktionsschritte unternommen. Nun wurde das Kennzeichen völlig überraschend und für uns nicht nachvollziehbar wieder einkassiert. Die sechste Prüfung soll jetzt irgendwann im Januar erfolgen – bei einem Spiel, bei dem sich alle Beteiligten einig sind, dass es nur für Erwachsene angeboten werden soll. Das ist aus unserer Sicht absurd."
Electronic Arts hat eine Onlinepetition(öffnet im neuen Fenster) eingerichtet. Dort können Spieler, die mit dem Prüfverfahren nicht einverstanden sind, ihrer Meinung Ausdruck verleihen.