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OpenBSD IPSEC-Stack: Erste Prüfungen entkräften Backdoor-Verdacht

Nach einer ersten Prüfung des Codes des IPSEC-Stacks in OpenBSD geben die Entwickler Entwarnung: Es gebe keine Hinweise dafür, dass Backdoor-Programme in den Code eingeschleust wurden.
/ Jörg Thoma
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Der Verdacht, dass Entwickler in den Jahren 2000 und 2001 Hintertüren in den IPSEC-Stack von OpenBSD eingeschleust haben, hat sich nicht erhärtet(öffnet im neuen Fenster) . Bei einer ersten Prüfung wurden lediglich drei Fehler gefunden: Eine bereits bekannte Padding-Oracle-Schwachstelle in den Initialisierungsvektoren von Netzwerktreibern ist – wohl versehentlich – noch nicht beseitigt worden. Zudem gibt es einen Fehler in einem der Hardwaretreiber und einen weiteren im Subsystem zur Zufallszahlenerzeugung.

OpenBSD-Gründer Theo de Raadt hatte eine E-Mail des Softwareentwicklers Gregory Perry veröffentlicht, in der dieser auf mögliche Hintertüren in der IPSEC-Implementierung von OpenBSD hinweist. Demnach haben einige Entwickler im Auftrag der US-Regierung in den Jahren 2000 und 2001 entsprechende Schwachstellen in den Code eingebaut.

Perry war nach eigenen Angaben seinerzeit CTO bei Netsec und arrangierte in diesem Zusammenhang auch Codespenden für das OpenBSD Crypto Framework. Zugleich aber habe er auch das FBI im Rahmen des GSA Technical Support Center beraten, ein Projekt für kryptographisches Reverse Engineering, heißt es in der E-Mail. Er benennt in seiner E-Mail konkrete Entwickler, die für den Einbau der Backdoors verantwortlich gewesen sein sollen.

Zumindest einer der verdächtigten Entwickler wurde inzwischen entlastet. Dieser habe lediglich an der Treiberentwicklung und nicht an dem betroffenen Crypto-Framework gearbeitet. Er bestritt die Vorwürfe gegen ihn in einer E-Mail, wolle aber keine Details zu seiner Arbeit bei Netsec liefern.

Der zweite Programmierer, der von Perry beschuldigt wurde, bleibt jedoch unter Verdacht. Er ist der Architekt und war einer der Hauptentwickler des IPSEC-Stacks. Kurz nachdem er bei Netsec anheuerte, wurde das Konzept der unsicheren Initialisierungsvektoren in der Entwicklung des Stacks übernommen, später jedoch wieder entfernt. Kurze Zeit später entdeckten die Entwickler jedoch eine Padding-Oracle-Schwachstelle, bei der Daten ohne Kenntnisse eines Schlüssels mitgelesen werden können. Auch diese Schwachstelle wurde später beseitigt.

Ob die jetzt erfolgte Prüfung des Codes ausreicht, um sämtliche Fehler zu entdecken, bleibt jedoch ungewiss, denn die Entwickler hatten bislang nur wenig Zeit, den gesamten Code zu durchstöbern.


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