Abo
  • IT-Karriere:

Großbritannien

Zwitschern aus dem Gerichtssaal erlaubt

Der oberste britische Richter, Lord Justice Igor Judge, hat sich dafür ausgesprochen, Journalisten das Twittern und Versenden von SMS-Nachrichten oder E-Mails aus Gerichtssälen während eines laufenden Verfahrens zu erlauben.

Artikel veröffentlicht am ,

Wikileaks macht es möglich: Vielleicht wird bald aus britischen Gerichtssälen getwittert, gesimst und gemailt werden, was das Zeug hält. Noch Ende November 2010 hatte sich der Lord Chief Justice and President of the Courts of England and Wales, Igor Judge, skeptisch über den Einzug der Onlinemedien in britische Gerichtssäle geäußert. Nachdem aber ein Bezirksrichter das Twittern während der Kautionsverhandlung für Julian Assange Anfang Dezember zugelassen hatte, sah sich der Chefrichter zum Handeln veranlasst. Richter Judge hat deshalb gestern "Vorläufige Richtlinien für den Einsatz von Formen der textbasierten Echtzeitkommunikation (einschließlich Twitter) für die faire und akkurate Berichterstattung aus dem Gerichtssaal" erlassen.

Stellenmarkt
  1. KRATZER AUTOMATION AG, Unterschleißheim bei München
  2. GÖRLITZ AG, Koblenz

Richter Judge stellt in seinen Richtlinien fest, dass es kein grundlegendes Verbot der textbasierten Echtzeitkommunikation aus dem Gerichtssaal gibt. Ob Twittern, Simsen und E-Mailen im Einzelfall erlaubt werden sollen, hängt nach Judge von verschiedenen Faktoren ab. Von höchster Bedeutung ist in seinen Augen, dass die Echtzeitkommunikation nicht den ordnungsgemäßen Ablauf eines Verfahrens beeinträchtigt. Das Risiko sieht Judge besonders in Strafrechtsfällen, wo Zeugen vor ihrer Vernehmung oder Juroren in ihrem Urteil durch Tweets aus dem Gerichtssaal beeinflusst werden könnten.

Ein weiterer kritischer Punkt ist, wem das Gericht die Erlaubnis zum Twittern geben soll. Richter Judge weist darauf hin, dass unter Umständen nur Medienvertretern die textbasierte Echtzeitkommunikation aus dem Gerichtssaal erlaubt werden sollte. Judge wörtlich: "Dieser Fall könnte eintreten, wenn es nötig ist, die Anzahl der mobilen elektronischen Geräte, die gleichzeitig in Betrieb sind, zu begrenzen, um zu verhindern, dass die Tonaufzeichnungsgeräte des Gerichts gestört werden, oder weil der Gebrauch der Geräte zu einer Ablenkung der am Verfahren Beteiligten führt."

Die Anfertigung von Fotos und Tonaufnahmen bleibt weiterhin verboten. Wer dazu geeignete Geräte mit in den Gerichtssaal bringt, muss die entsprechenden Funktionen deaktivieren. Während das Fotoverbot absolut ist, können einzelne Richter Tonaufnahmen ausnahmsweise zulassen.

Richter Judge kündigt in seinen Richtlinien zugleich an, in Kürze eine Konsultation über die Nutzung von textbasierter Echtzeitkommunikation zu starten. Unter anderem die Justiz, die Anwaltskammer und der Presse-Beschwerderat sollen dazu befragt werden. [von Robert A. Gehring]



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 4,99€
  2. (-12%) 52,99€
  3. 69,99€ (Release am 21. Februar 2020, mit Vorbesteller-Preisgarantie)

SCF 23. Dez 2010

Du hast hier aber recht stark vereinfacht. Auch in römisch-europäischen Rechtssystemen...

Granini 22. Dez 2010

In irgendeinem amerikanischen Film oder einer Serie gabs mal einen Richter der "Richter...

Geheiligter... 22. Dez 2010

Einen realitätsnahen Sinn ergibt das Rumgetwitter nicht. Ich finde sowas sollte unter...

neeeeeee 22. Dez 2010

Ja, auf das Argument bin ich dann auch gekommen. Leider erst direkt nach dem Absenden...

neeeeeeeee 22. Dez 2010

Ne das stellst du dir ein bisschen falsch vor. Die Twittern nicht einmal am Ende des...


Folgen Sie uns
       


E-Trofit elektrifiziert Dieselbusse - Bericht

Die Ingolstädter Firma E-Trofit elektrifiziert Dieselbusse. Golem.de hat sich die Umrüstung vorführen lassen.

E-Trofit elektrifiziert Dieselbusse - Bericht Video aufrufen
Cyberangriffe: Attribution ist wie ein Indizienprozess
Cyberangriffe
Attribution ist wie ein Indizienprozess

Russland hat den Bundestag gehackt! China wollte die Bayer AG ausspionieren! Bei großen Hackerangriffen ist oft der Fingerzeig auf den mutmaßlichen Täter nicht weit. Knallharte Beweise dafür gibt es selten, Hinweise sind aber kaum zu vermeiden.
Von Anna Biselli

  1. Double Dragon APT41 soll für Staat und eigenen Geldbeutel hacken
  2. Internet of Things Neue Angriffe der Hackergruppe Fancy Bear
  3. IT-Security Hoodie-Klischeebilder sollen durch Wettbewerb verschwinden

Internetprovider: P(y)ures Chaos
Internetprovider
P(y)ures Chaos

95 Prozent der Kunden des Internetproviders Pyur bewerten die Leistung auf renommierten Bewertungsportalen mit der Schulnote 6. Ein Negativrekord in der Branche. Was steckt hinter der desaströsen Kunden(un)zufriedenheit bei der Marke von Tele Columbus? Ein Selbstversuch.
Ein Erfahrungsbericht von Tarik Ahmia

  1. Bundesnetzagentur Nur 13 Prozent bekommen im Festnetz die volle Datenrate

Rabbids Coding angespielt: Hasenprogrammierung für Einsteiger
Rabbids Coding angespielt
Hasenprogrammierung für Einsteiger

Erst ein paar einfache Anweisungen, dann folgen Optimierungen: Mit dem kostenlos erhältlichen PC-Lernspiel Rabbids Coding von Ubisoft können Jugendliche und Erwachsene ein bisschen über Programmierung lernen und viel Spaß haben.
Von Peter Steinlechner

  1. Transport Fever 2 angespielt Wachstum ist doch nicht alles
  2. Mordhau angespielt Die mit dem Schwertknauf zuschlagen
  3. Bus Simulator angespielt Zwischen Bodenschwelle und Haltestelle

    •  /