Street View

Google löscht britische WLAN-Daten

Google hat alle in Großbritannien gesammelten WLAN-Daten gelöscht. In den USA hingegen behindert das Unternehmen die Untersuchung der WLAN-Datensammlung: Google hat eine Frist zur Übergabe der Street-View-Daten verstreichen lassen.

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Google-Fotofahrzeug
Google-Fotofahrzeug

In Großbritannien hat Google die unrechtmäßig gesammelten WLAN-Daten vollständig gelöscht, wie die britische Tageszeitung Daily Telegraph berichtet. Die Daten hatten die Fotofahrzeuge des Unternehmens bei den Aufnahmen für das Angebot Street View gesammelt. Statt nur Daten über WLANs, die zur Positionsbestimmung dienen, hatten die Fahrzeuge teilweise den Datenverkehr von offenen WLANs aufgezeichnet. Grund für die Panne war laut Google ein Fehler in der Software.

Daten auseinanderhalten

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Die meisten der in Großbritannien gesammelten Daten hatte Google bereits im November gelöscht. Einen Teil konnte das Unternehmen jedoch jetzt erst löschen, weil es sicherstellen musste, dass andere Daten erhalten bleiben. Die Datenschützer der verschiedenen betroffenen Länder hatten eine unterschiedliche Behandlung der Daten angeordnet: Manche ordneten die Löschung der Daten an, während andere verlangten, diese aufzubewahren, um sie untersuchen zu können.

  • Was steckt drin? Googles Fotofahrzeuge werden auf der Cebit 2010 von Künstlern verziert. (Foto: wp)
  • Nicht nur Fotos gemacht: Datenerfassungseinrichtung auf dem Dach (Foto: wp)
  • Google-Street-View-Logo auf einem der Autos (Foto: wp)
Nicht nur Fotos gemacht: Datenerfassungseinrichtung auf dem Dach (Foto: wp)

Google entschuldigte sich noch einmal für die Datensammlung, bei der unter anderem auch Passwörter und E-Mails aufgezeichnet worden waren. "Wie wir bereits früher betont haben, wollten wir diese Daten nicht, haben sie nicht in unseren Produkten genutzt, und wir haben uns darum bemüht, sie so schnell wie möglich zu löschen", sagte eine Sprecherin des Unternehmens der Zeitung. Christopher Graham, der oberste britische Datenschützer, bestätigte die Löschung der Daten aus Großbritannien. Graham hatte seine Ermittlungen gegen Google im Sommer schnell eingestellt und Google entlastet und war dafür kritisiert worden.

Keine Daten in den USA übergeben

In den USA wird weiterhin gegen Google ermittelt. Dort untersuchen die Generalstaatsanwälte von rund 40 US-Bundesstaaten Googles Datensammlung. Allerdings hat das Unternehmen bisher den Ermittlern nicht die angeforderten Daten übergeben. Eine entsprechende Frist habe Google am Freitag verstreichen lassen, berichtet das US-Politikmagazin Politico.

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Richard Blumenthal sagte dem Magazin, er sei entschlossen, die Angelegenheit weiter zu verfolgen. Der Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaates Connecticut führt die Ermittlungen. Er hat bereits Vollstreckungsmaßnahmen angekündigt, sollte Google die Daten weiterhin zurückhalten. Google-Chef Eric Schmidt hatte im Juni 2010 zugesagt, alle WLAN-Daten auszuhändigen.

Schnelle Einstellung

Blumenthal wird in wenigen Monaten Senator des Neuenglandstaates. Für Google bedeutet das jedoch keine Entwarnung: Er werde sich "auf eine fortgesetzte Beteiligung auf Bundesebene in Abstimmung mit den Bundesstaaten drängen", sagte er Politico. Verbraucherschützer setzen große Erwartungen in die Generalstaatsanwälte, nachdem die für Wettbewerbs- und Verbraucherschutz zuständige Federal Trade Commission (FTC) ihre Ermittlungen gegen Google schnell eingestellt hat. Neben den Bundesstaaten untersucht auch die Federal Communication Commission die WLAN-Datensammlung. Die US-Regulierungsbehörde prüft, ob Google dabei US-Bundesrecht verletzt hat.

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