Libreoffice versus Openoffice.org

Zumindest begann der Datenbankkonzern, etwas mehr zu kommunizieren und auch halbherzige Friedensangebote zu machen. In einem ersten Schritt verkündete Oracle seine Pläne nicht mehr nur auf öffentlichen Messen, sondern auch per E-Mail direkt den Entwicklern. Der Ton indes blieb distanziert. Zu der Openoffice.org-Abspaltung Libreoffice und der Open-Document-Stiftung heißt es lapidar aus dem Konzern: "Unser größter Wunsch ist es, dass Openoffice weitere Verbreitung findet. Wenn die neue Stiftung dazu beiträgt, Openoffice.org und das Open-Document-Format weiter zu verbreiten, dann wünschen wir ihnen alles Gute."

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Die Libreoffice-Entwickler begannen eifrig mit der Entwicklung einer eigenen Version 3.3, aus der zunächst alle Hinweise zu dem ehemaligen Besitzer entfernt wurden. Novell, Canonical und weitere Open-Source-Schwergewichte sprangen der neu gegründeten Stiftung bei. Später wollen die Entwickler auch die Abhängigkeit zu Java reduzieren oder gar aufheben.

Jüngst veröffentlichte Oracle die aktuelle Version 3.3 von Oracle Open Office und verlangte dafür 39 Euro. Die kostenfreie Version Openoffice.org gibt es bislang nur als Release Candidate.

Oracle gegen Apache

Apropos Java: Hier tut sich Oracle ebenfalls als unerbittlicher Verfechter seiner neuen Besitztümer hervor - mit der Apache Software Foundation (ASF) als Gegenspieler. Der Streit reicht allerdings in die Zeit zurück, als noch Sun die Java-Entwicklung betreute. Es geht um die sogenannte TCK-Lizenz, die auch Sun der ASF vorenthielt.

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Das Java Specification Participation Agreement (JSPA) müssen alle Mitglieder des Java Community Process unterzeichnen, auch die ASF und Oracle. Demnach hat die ASF ihrer Ansicht nach Anrecht auf eine Lizenz für das Testkit für Java SE (TCK).

Oracle aber hält eine solche Lizenz weiterhin zurück und gewährt der ASF lediglich eine eingeschränkte TCK-Lizenz. Dies aber sei mit Lizenzen für Open Source und freie Software nicht vereinbar, beschwerte sich die ASF.

Um den Druck auf Oracle zu erhöhen, kündigte die ASF an, gegen den Java Specification Request (JSR) für Java SE 7 zu stimmen, und forderte zugleich die anderen Mitglieder des JCP-Exekutivkomitees auf, dies ebenfalls zu tun.

Als die Spezifikationen trotzdem verabschiedet wurden, trat die ASF nach zehnjähriger Mitgliedschaft aus dem Gremium aus. Erst wenige Wochen zuvor war die ASF mit 95 Prozent der Stimmen wieder in das Gremium und in den zehn Jahren ihrer Mitgliedschaft in dem Gremium viermal zum "Mitglied des Jahres" gewählt worden.

Kommunikationsprobleme

In einer abermals schmallippigen Mitteilung forderte Oracle die abtrünnige ASF auf, ihre Entscheidung nochmals zu überdenken: Die ASF und viele Open-Source-Projekte unter ihrem Dach seien wichtige Teile des Ökosystems Java. Ein Wort des Bedauerns oder eine Andeutung, dass auch die eigene Lizenzpolitik überdacht wird, gab es in der Stellungnahme nicht. Vielmehr wiederholte Oracle seine Position: Das Unternehmen habe dafür zu sorgen, dass Java vorankomme und dabei einen einheitlichen Standard für Java bewahre.

Zum Ende des Jahres löste ein Kommunikationsproblem um eine nicht erhaltene E-Mail weiteren Zank aus: Diesmal betraf es das Hudson-Projekt, eine Software zur Java-Entwicklung, die eine kontinuierliche Integration des Quellcodes einer Anwendung ermöglicht.

Oracle hatte das Projekt Hudson auf die Kenai-Infrastruktur übertragen. Die Kenai-basierte Hosting- und Kollaborationsplattform java.net hatte Oracle von Sun übernommen. Der Umzug am 22. November 2010 führte dazu, dass der Hudson-Code tagelang nicht zugänglich war und die Mailinglisten nicht funktionierten. Eine E-Mail von Oracle an die Entwickler kam nicht an, weil sie an die falsche Mailingliste adressiert war.

Die aufgeschreckte Community zog die Mailinglisten zu Google um und erwog, den Quelltext des Projekts auf das unabhängige Portal Github zu transferieren. Oracle reagierte mit dem lapidaren Hinweis, dass bei einem Fork des Quellcodes die Namensrechte bei dem Unternehmen blieben. Die Entscheidung über den Verbleib des Codes liege bei der Community, schriebt Entwickler R.Tyler Croy in seinem Blog.

Gute Kommunikation geht anders.

Zumindest in Sachen Virtualbox scheint Oracle der Open-Source-Gemeinde entgegenzukommen: Die von dem Konzern angebotenen Binärpakete wurden seit dem Erscheinen von Version 4.0 unter der GPLv2 veröffentlicht. Bislang galt das nur für den Quellcode der sogenannten OSE-Version. Damit müssen die Entwickler die Software für ihre jeweilige Distribution nicht mehr selbst kompilieren und paketieren.

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 Monster OracleSpannend geht's weiter mit... 
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GodsBoss 03. Jan 2011

Dirty glaube ich dir sofort, aber Quick?

GodsBoss 03. Jan 2011

Schon schlimm, dass der GPL eine „Ich darf das Programm nehmen und eine modifizierte...

Klaus5 03. Jan 2011

Wo liest Du sowas? Ich hatte davon schlicht garnichts geschrieben. Die Wahrheit ist nur...

Klaus5 02. Jan 2011

Falsch, denn Google und andere bezahlen ihrerseits Entwickler auch um freie Software zu...



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