Monster Oracle

Den Preis für den aktivsten Streit mit der Open-Source-Gemeinde ergatterte zweifellos Oracle. Ende 2009 übernahm der Konzern das Unternehmen Sun, das bis dahin zahlreiche prominente Open-Source-Entwickler beherbergt und so namhafte Projekte wie Openoffice.org, Java, Solaris/Opensolaris oder MySQL betreut hatte.

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Der erste Aufschrei kam von MySQL-Gründer Michael Windenius, der gar eine Klage vor den Wettbewerbshütern der Europäischen Union anstrebte. Diese stimmten der Akquise aber dann ohne Auflage zu. Sie sahen die quelloffene Datenbank PostgreSQL als alternative Wettbewerbskraft zu Oracles Hauptprodukt auf dem Datenbankmarkt. Oracle bedankte sich bei dem quelloffenen Datenbankkonkurrenten mit der Abschaltung von dessen Entwicklungsservern, die Sun zuvor bereitgestellt hatte.

Entwicklermigration

Widenius hingegen entwickelt schon länger seine eigene Version der MySQL-Datenbank unter dem Namen MariaDB. Aber auch Oracle stellte die Weiterentwicklung der freien Datenbank bislang nicht ein, wie von vielen befürchtet wurde. Die aktuelle Version 5.5 GA erschien im Dezember 2010.

Weitere MySQL-Mitarbeiter haben Oracle in Richtung SkySQL verlassen. Das unter anderem von Widenius finanzierte Unternehmen will Dienste rund um MySQL anbieten, die "warme, flexible, effektive und vorausschauende Kultur" von MySQL wiederbeleben und hat dazu einige langjährige MySQL-Entwickler zusammengebracht.

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Nach der Übernahme von Sun erlitt Oracle zunächst einen Mitarbeiterschwund: ZFS-Entwickler Mike Shapiro und Jeff Bonwick, D-Trace-Entwickler Bryan Cantrill, Java-Urvater James Gosling, Chief Open Source Officer Simon Phipps und etliche andere kehrten dem Konzern den Rücken. Viele beklagten die mangelnde Feinfühligkeit des neuen Arbeitgebers gegenüber seinen neuen Mitarbeitern und den erworbenen quelloffenen Projekten.

Abgespalten

Zunächst versagte die Kommunikation mit den Opensolaris-Entwicklern. Suns Strategie, die Entwicklung seines Solaris-Betriebssystems zumindest teilweise der Opensolaris-Community zu überlassen, passte Oracle nicht in sein neues Konzept. Oracle teilte dies aber nicht mit, sondern ignorierte Anfragen besorgter Entwickler schlichtweg. Dass Oracle die Übernahme von Sun erst einmal durch interne Umstrukturierungen verarbeiten musste, wollten die teils ungeduldigen Opensolaris-Entwickler auch nicht als - spät nachgereichte - Ausrede hinnehmen.

Also erfolgte die erste Abspaltung: Die von Nexenta mitinitiierte Illumos-Stiftung übernahm den freien Opensolaris-Kern OS/Net, um daraus ein neues Ökosystem unter dem Namen IllumOS zu bauen. Nexenta und Schillix portierten ihre Opensolaris-basierten Betriebssysteme sogleich auf OS/Net.

Do it yourself!

Oracle will die Solaris-Entwicklung nun allein in die Hand nehmen und nur ausgewählte Kunden und Programmierer an dem Solaris-11-Projekt beteiligen. Erst nach Veröffentlichung der offiziellen Version sollen Teile des Quellcodes freigegeben werden.

Allmählich wurde deutlich, wie Oracle mit der Akquise von Sun Geld verdienen will und dass dem Konzern die Proteste aus der Open-Source-Gemeinde egal waren. Dann kam die Auseinandersetzung mit Java- und Openoffice.org-Entwicklern, und Oracle wurde klar, dass die Open-Source-Gemeinde doch Gewicht hat.

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 Novell verkauft sich selbstLibreoffice versus Openoffice.org 
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GodsBoss 03. Jan 2011

Dirty glaube ich dir sofort, aber Quick?

GodsBoss 03. Jan 2011

Schon schlimm, dass der GPL eine „Ich darf das Programm nehmen und eine modifizierte...

Klaus5 03. Jan 2011

Wo liest Du sowas? Ich hatte davon schlicht garnichts geschrieben. Die Wahrheit ist nur...

Klaus5 02. Jan 2011

Falsch, denn Google und andere bezahlen ihrerseits Entwickler auch um freie Software zu...



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