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Novell verkauft sich selbst

Der Verkauf von Novell beziehungsweise dessen Linux-Sparte Suse stiftete in der OSS-Welt ebenfalls Unruhe. Der damals strauchelnde Netzwerkspezialist und Inhaber von Unix-Patenten übernahm die deutsche Linux-Distribution Suse im November 2003 und versucht seitdem auch, mit der Open-Source-Sparte Geld zu verdienen. Nebenbei musste sich der Konzern auch noch mit SCO um seine Unix-Patente streiten.

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So ganz gelang Novell der Sprung in die schwarzen Zahlen nicht. Zumindest die Linux-Sparte machte immer wieder Miese.

Für die Open-Source-Gemeinschaft schlug sich Novell immerhin tapfer gegen SCO und erreichte einen großen Etappensieg. Kurz danach beschloss Novell, sich selbst zu verkaufen und wartete geduldig auf einen genügend solventen Anbieter. Der tauchte in Form eines bis dahin unbekannten Finanzunternehmens mit dem Namen Attachmate auf. Um den Deal perfekt zu machen, wurden noch 882 Copyrights aus dem Novell-Fundus im Wert von 450 Millionen US-Dollar an ein Konsortium verkauft, das ausgerechnet Microsoft als Mitglied in einer Quadriga aus bekannten IT-Branchengrößen aufführte: Microsoft, Apple, EMC und Oracle.

Copyright-Angst

Die Open-Source-Welt witterte nicht nur Verrat, sondern fürchtete auch, der ewige Feind aus Redmond könnte der Unix-Copyrights habhaft werden, die Novell bislang erfolgreich gegen SCO verteidigt hatte. Novell beruhigte: Die Unix-Copyrights bleiben bei uns. Attachmate beruhigte: Die Linux-Sparte wird als eigenständiges Tochterunternehmen bei Attachmate geführt und die gemeinsame "erfolgreiche" Arbeit wird fortgesetzt.

Noch ist nicht bekannt, welche Patente das Konsortium aufkaufte. Vermutlich handelte es sich hauptsächlich um Patente zu Netzwerktechnologien, die allerdings auch gegen Linux verwendet werden könnten. Realistisch gesehen, dürften Microsoft und die anderen Besitzer gegenwärtig kein Interesse daran haben, die Patentkeule gegen Linux zu schwingen, und den Fundus eher als Sicherheit betrachten. Für den vergleichsweise mickrigen Preis von 450 Millionen US-Dollar hätte der Softwarekonzern aus Redmond auch ohne Partner zugreifen können.

SCO macht weiter, weiter...

Dass Novell auch Mitglied im Patentunternehmen Open Invention Network ist, dürfte auch die Gemüter der quelloffenen Gemeinschaft ein wenig beruhigen; im Gegensatz zu dem vor Gericht unterlegenen Unternehmen SCO, das aber-abermals in Berufung gehen will.

Die offizielle Übernahme von Novell durch Attachmate ist für Januar 2011 geplant. Vielleicht erfährt die Welt dann auch, welche 882 Copyrights sich Microsoft und Co. unter den Nagel gerissen haben. Attachmate hat sich in der Vergangenheit nicht unbedingt als Open-Source-Konzern hervorgetan, vermutlich werden bald Suse oder sogar weitere Teile von Novell veräußert. Bislang spricht der Attachmate-CEO Jeff Hawn davon, Suse weiterhin als wirtschaftliche Unternehmenssparte zu führen, und versucht auch ganz explizit die Opensuse-Community zu beruhigen. Attachmate werde auch weiterhin eng mit der Gemeinschaft zusammenarbeiten, sagte Hawn in einem Interview Mitte Dezember 2010.

 Open Source 2010: Rosenkriege und ScheidungenMonster Oracle 
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GodsBoss 03. Jan 2011

Dirty glaube ich dir sofort, aber Quick?

GodsBoss 03. Jan 2011

Schon schlimm, dass der GPL eine „Ich darf das Programm nehmen und eine modifizierte...

Klaus5 03. Jan 2011

Wo liest Du sowas? Ich hatte davon schlicht garnichts geschrieben. Die Wahrheit ist nur...

Klaus5 02. Jan 2011

Falsch, denn Google und andere bezahlen ihrerseits Entwickler auch um freie Software zu...

Realitätsverlust 02. Jan 2011

OpenOffice auf nem Smartphone-Prozessor? Auf einem Display mit 240x320 Pixel Auflösung...


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