Abo
  • Services:

BGH

Fotografieren von Schlössern und Gärten kann Geld kosten

Wer Schlösser und Gärten wie Sanssouci, Schloss Charlottenburg oder die Pfaueninsel in Berlin fotografieren und seine Fotos kommerziell verwerten will, kann dafür künftig zur Kasse gebeten werden, entschied der Bundesgerichtshof (BGH).

Artikel veröffentlicht am ,

Der Bundesgerichtshof hat entschieden, dass die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten die ungenehmigte Herstellung und Verwertung von Foto- und Filmaufnahmen der von ihr verwalteten Gebäude und Gartenanlagen zu gewerblichen Zwecken untersagen darf, wenn sie Eigentümerin ist und die Aufnahmen von ihren Grundstücken aus hergestellt worden sind. Die Stiftung verwaltet über 150 historische Bauten und rund 800 ha Gartenanlagen in Berlin und Brandenburg im Auftrag der Bundesländer Berlin und Brandenburg, darunter Sanssouci, Cecilienhof, Park und Schloss Rheinsberg, Schloss Charlottenburg, Jagdschloss Grunewald und die Pfaueninsel. Die Bauten und Gartenanlagen gehören zum großen Teil zum UNESCO-Weltkulturerbe und zu den beliebtesten touristischen Zielen in Deutschland.

Stellenmarkt
  1. BFFT Gesellschaft für Fahrzeugtechnik mbH, Gaimersheim
  2. Hornbach-Baumarkt-AG, Neustadt an der Weinstraße

Wenn Fotos und Filme dieser Anlagen zu gewerblichen Zwecken angefertigt und vermarktet werden, bittet die Stiftung zur Kasse. In drei Verfahren forderte die Stiftung von den Beklagten, eine solche Vermarktung zu unterlassen, ihr Auskunft über die Zahl der Foto- und Filmaufnahmen und der damit erzielten Einnahmen zu erteilen sowie Schadensersatz zu zahlen.

Zu den Beklagten zählen eine Fotoagentur, die teils eigene, teils fremde Fotos vermarktet, ein Unternehmen, das Filmaufnahmen von Gebäuden und Gartenanlagen auf den Anwesen der Stiftung ungenehmigt in einer DVD über Potsdam verarbeitet hat und eine Internetplattform, über die Fotografen Fotos vermarkten können. Letztere hat unter vier Millionen Fotos rund 1.000 Fotos von Parkanlagen, Skulpturen und Außen- und Innenansichten historischer Gebäude gespeichert, die von der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten verwaltet werden.

Nachdem zunächst das Landgericht den Klagen stattgegeben, das Oberlandesgericht diese aber abgewiesen hatte, entschied jetzt der Bundesgerichtshof (BGH) zugunsten der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten: Nach Ansicht der Richter darf die Stiftung als Grundstückseigentümerin "die Herstellung und Verwertung von Foto- oder Filmaufnahmen der von ihr verwalteten Kulturgüter zu gewerblichen Zwecken von ihrer - an ein Entgelt geknüpften - Zustimmung abhängig machen".

Das gilt allerdings nur für den Fall, dass die Aufnahmen auf dem Gelände erfolgen, nicht aber, wenn die Fotos von außerhalb der Grundstücke aufgenommen werden.

Auch sei die Stiftung nicht deshalb verpflichtet, kostenlose Aufnahmen zu erlauben, weil sie eine Stiftung des öffentlichen Rechts sei. Die Stiftung hat per Staatsvertrag die Aufgabe, die ihr übergebenen Kulturgüter zu bewahren, unter Berücksichtigung historischer, kunst- und gartenhistorischer und denkmalpflegerischer Belange zu pflegen, ihr Inventar zu ergänzen und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Dabei ist zwar geregelt, dass die Gärten und Parkanlagen als Erholungsgebiet ohne Eintrittsgeld zugänglich sind, die Kostenfreiheit gilt laut BGH aber nicht für Foto- und Filmaufnahmen zu gewerblichen Zwecken. Dafür dürfe die Stiftung Entgelte verlangen, so der BGH.

Das Verfahren gegen die Fotoagentur wurde an das Berufungsgericht zurückverwiesen, da unter anderem noch zu prüfen ist, ob die Stiftung Eigentümerin der von ihr verwalteten Anwesen ist. Das Verfahren gegen den DVD-Anbieter hingegen wurde abschließend entschieden und der Unterlassungs- und Auskunftsanspruch bestätigt.

Im Fall der Internetplattform sieht die Sache etwas anders aus, denn das beklagte Unternehmen bietet selbst keine Foto- oder Filmaufnahmen der Gebäuden oder Gartenanlagen an, sondern stellt nur einen Marktplatz zur Verfügung. Ein solcher Marktplatzbetreiber müsse die dort angebotenen Fotos nur überprüfen, "wenn er eine Verletzung von Immaterialgüterrechten und Eigentumsrechten oder andere Rechtsverletzungen erkennen kann". Da den Bildern von Gebäuden und Gartenanlagen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten nicht anzusehen sei, ob sie ohne Genehmigung aufgenommen wurden oder nicht, ergebe sich hier keine besondere Pflicht für den Marktplatzbetreiber, so der Bundesgerichtshof.



Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. 4 Blu-rays für 20€, 2 TV-Serien für 20€)
  2. Jetzt für 150 EUR kaufen und 75 EUR sparen

SF 14. Jan 2011

Wenn MICH jemand auf der Strasse fotografiert, und dabei das Teil des Hauptmotivs bin...

Jarod 20. Dez 2010

bin auch der Meinung und das Urteil überrascht mich nicht. Im Museum kann ich auch nicht...

facepalm 19. Dez 2010

Was für ein Blödsinn von dir.

janeeisklar 18. Dez 2010

stimmt und da wurde dir gesagt, wie sehr du unrecht hast. die überschrift ist total klar...

alter mann 18. Dez 2010

ein sehender unter den blinden, jupp, es geht um hausrecht ;), das urheberrecht spielt da...


Folgen Sie uns
       


Sky Ticket TV-Stick im Test

Wir haben den Sky Ticket TV Stick getestet. Der Streamingstick mit Fernbedienung bringt Sky Ticket auf den Fernseher, wenn dieser den Streamingdienst des Pay-TV-Anbieters nicht unterstützt. Auf dem Stick läuft das aktuelle Sky Ticket, das im Vergleich zur Vorgängerversion erheblich verbessert wurde. Den Sky Ticket TV gibt es quasi kostenlos, weil dieser nur zusammen mit passenden Sky-Ticket-Abos im Wert von 30 Euro angeboten wird.

Sky Ticket TV-Stick im Test Video aufrufen
Augmented Reality: Das AR-Fabrikgelände aus dem Smartphone
Augmented Reality
Das AR-Fabrikgelände aus dem Smartphone

Derzeit ist viel von einer Augmented Reality Cloud die Rede. Golem.de hat mit dem Berliner Startup Visualix über den Stand der Technik und künftige Projekte für Unternehmenskunden gesprochen - und darüber, was die Neuerungen für Pokémon Go bedeuten könnten.
Ein Interview von Achim Fehrenbach

  1. Jarvish Motorradhelm bringt Alexa in den Kopf
  2. Patentantrag Apple plant Augmented-Reality in der Windschutzscheibe
  3. Magic Leap Lumin OS Erste Bilder des Betriebssystems für Augmented Reality

Galaxy A9 im Hands on: Samsung bietet vier
Galaxy A9 im Hands on
Samsung bietet vier

Samsung erhöht die Anzahl der Kameras bei seinen Smartphones weiter: Das Galaxy A9 hat derer vier, zudem ist auch die restliche Ausstattung nicht schlecht. Aus verkaufspsychologischer Sicht könnte die Einstufung in die A-Mittelklasse bei einem Preis von 600 Euro ein Problem sein.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. Auftragsfertiger Samsung startet 7LPP-Herstellung mit EUV
  2. Galaxy A9 Samsung stellt Smartphone mit vier Hauptkameras vor
  3. Galaxy J4+ und J6+ Samsung stellt neue Smartphones im Einsteigerbereich vor

Campusnetze: Das teure Versäumnis der Telekom
Campusnetze
Das teure Versäumnis der Telekom

Die Deutsche Telekom muss anderen Konzernen bei 5G-Campusnetzen entgegenkommen. Jahrzehntelang von Funklöchern auf dem Lande geplagt, wollen Siemens und die Automobilindustrie nun selbst Mobilfunknetze aufspannen. Auch der öffentliche Rundfunk will selbst 5G machen.
Eine Analyse von Achim Sawall

  1. Funklöcher Telekom bietet freiwillig hohe 5G-Netzabdeckung an
  2. 5G Telekom hat ihr Mobilfunknetz mit Glasfaser versorgt
  3. Stadtnetzbetreiber 5G-Netz kann auch aus der Box kommen

    •  /