Onlinestrategie: Media-Saturn-Chef gefeuert

Mitten im Weihnachtsgeschäft trennen sich die Eigner der Media-Saturn-Holding von ihrem Vorstandschef Roland Weise (58). Der Manager werde schon zum 1. Januar 2011 die Führung abgeben, gab das Unternehmen heute in Ingolstadt bekannt. Sein Vertrag werde nicht verlängert.
Gründe für die Entlassung Weises seien die starke Expansion und das internationale Engagement der Elektronikkette in Osteuropa und Asien, hieß es offiziell zur Begründung. Als neuer Vorstandschef werde der 63-jährige Horst Norberg installiert, der aufgrund seines Alters eher eine Interimslösung darstellen dürfte. Norberg ist bisher Chef der Saturn-Kette. Ihm an die Seite werde der Finanzchef Rolf Hagemann (48) gestellt, mit dem Norberg eine Doppelspitze bilden werde.
"So ist Media-Saturn für die kommenden Herausforderungen der beschleunigten Internationalisierung und des Onlinegeschäfts hervorragend aufgestellt" , sagte Aufsichtsratschef Eckhard Cordes. Laut Manager-Magazin(öffnet im neuen Fenster) soll ein Streit um die Umsetzung der Onlineverkaufspläne der wahre Grund für die Trennung von Weise sein. Die Chefs der rechtlich selbstständigen Media-Märkte und Saturn-Geschäfte wehren sich gegen die Onlinekonkurrenz und fürchten den möglichen Preisdruck. Sie dürfen bislang die örtlichen Preise selbst festlegen. Weise soll die Geschäftsführer bei ihrem Widerstand gegen den geplanten Onlineverkauf so lange unterstützt haben, bis es zum Bruch mit Cordes kam.
Media-Saturn ging zum Weihnachtsgeschäft in Deutschland mit Elektronikeigenmarken an den Start. Geplant waren Notebooks, Telefone, LCD-Fernseher, Displays, USB-Sticks und Kabel, die auch online verkauft werden sollten. Am 17. November 2010 wurde zusammen mit dem taiwanischen Partner Foxconn der erste Media Markt in China eröffnet.



