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WAZleaks: WAZ-Mediengruppe richtet Whistleblower-Portal ein

Das Rechercheressort der WAZ-Mediengruppe hat eine Website eingerichtet, über die Leser den Journalisten anonymisiert und verschlüsselt Dokumente übermitteln können. Diese sollen aber nicht veröffentlicht werden, sondern als Material für eine Recherche dienen.
/ Werner Pluta
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Während die Emotionen über die jüngsten Veröffentlichungen von Wikileaks hochkochen und viele die Schließung der Website fordern, hat die Essener WAZ-Mediengruppe ein eigenes Portal eingerichtet, über das Nutzer dem Verlag Informationen zuspielen können.

Anonym und sicher

Wie Wikileaks bietet auch die von der WAZ eingerichtete Seite(öffnet im neuen Fenster) Nutzern die Möglichkeit, Dokumente anonym und sicher zu verschicken. Der Datentransfer wird nach Angaben der WAZ(öffnet im neuen Fenster) "SSL-gesichert wie beim Onlinebanking oder in Onlineshops. Zusätzlich werden die Daten während des Uploads mit GnuPG verschlüsselt" .

Hochgeladen werden können Textdateien in verschiedenen Formaten wie Excel, Word, PDF oder Power-Point-Präsentationen. Zudem nimmt die WAZ SQL oder andere Datenbanksysteme sowie Filme entgegen. Nutzer können, wenn sie wollen, die Dateien mit einer Beschreibung oder einer Sperrfrist versehen.

Näher an die Quellen

Aufgesetzt wurde das Angebot vom Ressort Recherche der WAZ-Mediengruppe. Die Dokumente seien allerdings nicht, wie bei Wikileaks, zur Veröffentlichung gedacht, sondern als Ausgangspunkt zu einer Recherche der WAZ-Journalisten, sagte David Schraven, der das Rechercheressort leitet, dem Onlineportal Der Westen(öffnet im neuen Fenster) . "Wir wollen und werden nicht alles ungeprüft veröffentlichen, was dort hochgeladen wird."

Ziel sei es, "näher an unsere Quellen" zu rücken. "Wir wollen Hemmschwellen überbrücken und unser Ressort für Kontakte öffnen. Die Leute sollen wissen, mit wem sie es zu tun haben."

Duisburg bei Wikileaks

Der Bedarf für so ein Portal scheint vorhanden: Im August 2010 wurden auf Wikileaks Dokumente zur Planung der Loveparade in Duisburg(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht. Bei der Veranstaltung am 24. Juli 2010 war es zu einer Massenpanik gekommen, bei der 21 Menschen starben und mehrere hundert verletzt wurden.


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