Hamburger Flughafen: "Körperscanner-Technik ist ein totaler Ausfall"

Der Probebetrieb von Körperscannern am Flughafen Hamburg verläuft weiterhin nicht erwartungsgemäß. "Diese Technik ist ein totaler Ausfall" , sagte ein hochrangiger Sicherheitsbeamter dem Magazin Focus(öffnet im neuen Fenster) . Es sei zweifelhaft, ob ein Softwareupdate, das derzeit von der Bundespolizei in Lübeck getestet werde, die Fehlerquote von 75 Prozent senken könne, so der Experte.
In Hamburg laufen zwei Körperscanner vom Typ Provision ATD der US-Firma L-3 Communications seit dem 27. September 2010 für voraussichtlich sechs Monate im Probebetrieb. Ein Provision ATD kostet bis zu 130.000 Euro. Im Gegensatz zu den klassischen Torsonden sollen die Körperscanner auch nichtmetallische Gegenstände, wie zum Beispiel Sprengstoff, auffinden können.
Zum Start hatte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) behauptet: "Die Verwendung von Körperscannern wird einen echten Gewinn für die Sicherheit im zivilen Luftverkehr erbringen. Das ist ein aktiver Beitrag für die Sicherheit der Passagiere."
Doch die mit Terahertzstrahlung arbeitenden Scanner sind oft nicht in der Lage, die Kleidung zu durchdringen. Trägt ein Passagier mehrere Kleidungsstücke übereinander, liefern die Geräte teilweise keine verwendbaren Ergebnisse. Die Passagiere müssen dann Strickjacken oder Pullover ausziehen. Auch Falten in der Kleidung führten beim Provision ATD zu Fehlalarm, weshalb drei Viertel der Passagiere, die den Körperscanner passieren, von Hand und mit Metalldetektoren nachkontrolliert werden müssen. Bislang nutzten seit der Inbetriebnahme insgesamt 220.000 Fluggäste am Hamburger Flughafen freiwillig den Scanner.