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Tarifrunde: 6,5 Prozent mehr für Telekom-Mitarbeiter gefordert

Verdi rechnet im nächsten Jahr mit Arbeitskämpfen bei der Deutschen Telekom . Die Tarifrunde 2011 beginnt Mitte Januar. Die Gewerkschaft will 6,5 Prozent mehr Lohn für die Beschäftigen. Auch rückt die Telekom offenbar von dem bisherigen Konzept für Standortschließungen ab.
/ Achim Sawall
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4G-Techniker bei der Arbeit (Bild: Telekom)
4G-Techniker bei der Arbeit (Bild: Telekom)

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi fordert für die Telekom-Beschäftigten 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt. Das hat die Tarifkommission der Gewerkschaft auf ihrer Sitzung am 10. Dezember 2010 in Berlin beschlossen. Die Ausbildungsvergütungen sollen um monatlich 70 bis 90 Euro angehoben werden. Die unteren Einkommensgruppen sollen mindestens 170 Euro mehr monatlich bekommen. Die neue Tarifrunde beginnt am 18. Januar 2011.

Betroffen sind rund 105.000 Beschäftigte der Deutschen Telekom, der Telekom Deutschland GmbH und der T-Service-Gesellschaften. Betriebsbedingte Kündigungen soll die Telekom zudem ausschließen.

Jan Jurczyk vom Verdi-Bundesvorstand sagte Golem.de: "Es wird sicherlich keine leichte Runde werden. Die Kollegen müssen sich über die Feiertage erholen, damit sie zu Jahresbeginn arbeitskampfbereit hinter der Forderung stehen können." In den T-Service-Gesellschaften fällt ab 2011 zudem die Ausgleichszulage weg, mit der die Konzernführung bislang eine durch Auslagerungen angeordnete Gehaltssenkung ausgeglichen hatte. Hier einen weiteren Ausgleich und eine Einkommenssteigerung zu erreichen, werde sicher nicht einfach, erklärte Jurczyk. Die Telekom hat sich nicht zu den Tarifforderungen geäußert.

"Die Beschäftigten müssen angemessen am Gesamterfolg des Unternehmens beteiligt werden" , sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Lothar Schröder. Die Telekom hatte im dritten Quartal einen Konzerngewinn von 1,03 Milliarden Euro ausgewiesen. Im Gesamtjahr 2010 soll ein bereinigtes EBITDA von 20 Milliarden Euro erwirtschaftet werden.

Zugleich scheint es Bewegung bei den geplanten Standortschließungen der Telekom zu geben, die im September 2010 angekündigt wurden und 5.000 Mitarbeiter im Vertrieb und der IT-Infrastruktur betreffen. "Die Telekom rückt von ihrem ursprünglichen Konzept der Standortentscheidung ab. Das ist ein sehr gutes Signal für die betroffenen Beschäftigten und ihre Familien" . Das erklärte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) heute in Mainz. Dazu sei zwischen Verdi und Telekom ein Vertrag geschlossen worden, sagte Beck.


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