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Apache verlässt den Java Community Process

Die Apache Software Foundation (ASF) macht ihre Drohung wahr und verlässt mit sofortiger Wirkung das Exekutivkomitee des Java Community Process (JCP). Sie kündigt zugleich an, sich komplett aus dem JCP zurückzuziehen.

Artikel veröffentlicht am ,
Java: Apache verlässt den Java Community Process

Nach rund zehn Jahren scheidet die Apache Software Foundation aus dem JCP-Exekutivkomitee aus Protest aus. Erst vor wenigen Wochen war die ASF mit 95 Prozent der Stimmen wieder in das Gremium gewählt worden und in den zehn Jahren ihrer Mitgliedschaft in dem Gremium viermal zum "Mitglied des Jahres" gewählt worden. Die ASF beherbergt zahlreiche Projekte im Java-Umfeld, darunter Apache Tomcat, Ant, Xerces, Geronimo, Velocity sowie rund 100 weitere Java-Komponenten. Zudem sind diverse Mitglieder der ASF an vielen technischen Expertengruppen des Java Community Process beteiligt.

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Mit dem Ausstieg protestiert Apache gegen Oracles Lizenzpolitik und das Verhalten des Exekutivkomitees bei der Abstimmung über die Pläne für Java SE 7.

Oracle hält sich nach Ansicht der ASF nicht an das Java Specification Participation Agreement (JSPA), das alle Mitglieder des Java Community Process unterzeichnet haben, auch die ASF und Oracle. Demnach hat die ASF ihrer Ansicht nach Anrecht auf eine Lizenz für das Testkit für Java SE (TCK), mit dem die ASF ihre Java-Implementierung testen und das Projekt Apache Harmony unter der Apache License verteilen kann. Oracle aber hält eine solche Lizenz zurück und gewährt der ASF lediglich eine TCK-Lizenz, die einschränkt, in welcher Art und Weise mit dem TCK geprüfte Java-Implementierungen eingesetzt werden dürfen. Dies ist nach Ansicht der ASF mit Lizenzen für Open Source und freie Software nicht vereinbar.

Vor diesem Hintergrund hatte die ASF die Mitglieder des Exekutivkomitees aufgefordert, Oracles Pläne für Java SE 7 abzulehnen, doch es kam anders: Neben der ASF stimmten nur Google und der unabhängige Java-Experte Tim Peierls gegen Oracles Pläne. SAP, IBM, Red Hat, Eclipse und Credit Suisse übten zwar Kritik an Oracle, stimmten aber dennoch den Plänen zu, so dass zusammen mit den Ja-Stimmen von HP, Ericsson, Fujitsu, VMWare und Intel Oracles Vorschlag verabschiedet wurde.

Vor der Übernahme von Sun hatte sich auch Oracle dafür ausgesprochen, der ASF eine uneingeschränkte TCK-Lizenz zu erteilen.

Mit der Zustimmung habe das Exekutivkomitee die einzige Chance vertan, sich für die Rechte der Implementierer einzusetzen sowie die Integrität des JCP zu schützen, um dafür zu sorgen, dass die Java-Spezifikationen frei implementiert und verbreitet werden können, so die ASF. So kommt die ASF zu dem Schluss, dass der JCP kein offener Spezifikationsprozess ist und es sich bei den Java-Spezifikationen um proprietäre Technik handelt, die direkt vom Spec-Lead lizenziert werden muss. Und das zu den Bedingungen, die dieser vorgibt. So sei es nicht möglich, unabhängige Java-Implementierungen unter Open-Source-Lizenzen zur Verfügung zu stellen.

Daraus zieht die ASF nun Konsequenzen und verlässt mit sofortiger Wirkung das JCP, zieht alle ihre offiziellen Repräsentanten aus allen Java Specification Requests (JSR) ab, räumt ihren Sitz im JCP-Exekutivkomitee und kündigt an, ihre JCP-Mitgliedschaft nicht mehr zu verlängern.



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MicWin 15. Dez 2010

Sehr wahrscheinlich. Auch könnte man "einfach" Java nachentwickeln, d.h. from scratch...

Patentkrieg 13. Dez 2010

sehe ich genauso, Oracle ist dabei der große Verlierer. Die Community und nach und nach...

blubbb 10. Dez 2010

Jaja der Begriff Open Source ist nicht geschützt aber bei patentverseuchter Software kann...

karlos2 10. Dez 2010

Da hast du wohl was Falsch verstanden. es geht nicht um die Zertifizierung der JVM...

Lars154 10. Dez 2010

Der JBoss AS kann Tomcat nutzen, muss er aber nicht.


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