Spionage oder Pressefreiheit

US-Senator Lieberman verurteilt Wikileaks-Berichterstattung

Der unabhängige US-Senator Joe Lieberman hat die Berichterstattung über die von Wikileaks veröffentlichten Geheimdokumente verurteilt. Diese sei zumindest schlecht für das Land, wenn nicht gar eine Straftat. Unterdessen versuchen Wikileaks-Sympathisanten, die Seiten von Zahlungsdienstleistern lahmzulegen.

Artikel veröffentlicht am ,
Spionage oder Pressefreiheit: US-Senator Lieberman verurteilt Wikileaks-Berichterstattung

Hat die New York Times mit der Berichterstattung über die von Wikileaks veröffentlichten Dokumente ihre Kompetenzen überschritten? Das glaubt der US-Politiker Joe Lieberman und fordert eine Untersuchung durch das US-Justizministerium. Lieberman ist unabhängiger Senator aus dem US-Bundesstaat Connecticut und Vorsitzender des Heimatschutzausschusses des Senats.

Kritik an New York Times

Stellenmarkt
  1. Doctoral Researcher / Graduate Research Assistant / Graduate Research Associate (m/f/d) at ... (m/w/d)
    Universität Passau, Passau
  2. Teamleiter UX-Design (m/w/d)
    experts, Berlin
Detailsuche

Die Berichterstattung der renommierten New York Times ging seiner Ansicht nach zu weit, echauffierte sich Lieberman im US-Fernsehsender Fox News. Die Zeitung habe damit dem Land zumindest einen schlechten Dienst erwiesen.

Doch damit nicht genug: Der Senator fordert, die Behörden sollen sich damit beschäftigen. "Ob sie ein Verbrechen begangen haben, erfordert meiner Ansicht nach eine sehr genaue Prüfung des Justizministeriums. Warum werden Straftaten bestraft? Wenn man es nicht macht, dann werden andere damit immer weiter machen. Und ich befürchte, dass genau das in diesem Fall hier passieren wird." Medienunternehmen dürfen in den USA geheimes Material straffrei veröffentlichen.

Schlimmster Spionageakt

Keine Zweifel hat Lieberman indes bei Wikileaks: "Ich bin davon überzeugt, dass Wikileaks gegen den Espionage Act verstoßen hat", sagte er. Die Veröffentlichung der Dokumente des diplomatischen Dienstes sei "die schlimmste Verletzung des Espionage Act in unserer Geschichte."

Golem Akademie
  1. CEH Certified Ethical Hacker v11: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    21.–25. Februar 2022, Virtuell
  2. C++ Programmierung Basics: virtueller Fünf-Tage-Workshop
    28. Februar–4. März 2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Er forderte deshalb das Justizministerium auf, sich um die Auslieferung von Julian Assange zu bemühen. Der Kopf von Wikileaks hatte sich gestern in London den Behörden gestellt. Die Stockholmer Staatsanwaltschaft hatte ihn wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung und der sexuellen Nötigung international suchen lassen.

Angriffe auf Mastercard-Website

Unterdessen haben die Sympathisanten von Wikileaks ihre Aktionen auf das Kreditkartenunternehmen Mastercard ausgedehnt. Mit Distributed-Denial-of-Service-Attacken (DDoS) haben sie die Website des Unternehmens weitgehend lahmgelegt. Sie lädt wenn überhaupt nur sehr langsam und teilweise unvollständig.

"Wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass http://www.mastercard.com/ unerreichbar ist", verkündeten die Aktivisten über Twitter. Das Kreditkartenunternehmen hatte Wikileaks gestern gesperrt. Zuvor war das Schweizer Kreditinstitut Post Finance Ziel von DDoS-Attacken, weil es Anfang der Woche das Konto von Assange gekündigt hatte. Am Mittwochnachmittag konnte die Seite von Post Finance wieder aufgerufen werden.

Rache für Boykott

Operation Payback nennen die Verantwortlichen das, was sowohl Rückzahlung als auch Rache heißen kann. "Jetzt ist die Zeit für Krieg. Lasst uns die Ungerechtigkeit gegen diejenigen, in die wir unser Vertrauen setzten, kämpfen", heißt es auf der Facebook-Seite der Gruppe.

Ihr Zorn richtet sich gegen die Zahlungsdienstleister, die Wikileaks ihre Dienste gekündigt haben. Paypal wurde auch schon angegriffen, wenngleich ohne großen Erfolg. Als Nächstes dürfte es wohl Visa treffen. Das Kreditkartenunternehmen hatte gestern ebenfalls angekündigt, keine Zahlungen mehr für Wikileaks abzuwickeln.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


BadPritt 10. Dez 2010

Hast wohl nicht realisiert das die Mainstream Medien erst berichten seit sie nicht mehr...

esr 09. Dez 2010

Das waren noch Zeiten, als Al Sore und Joe Loserman in der Opposition standen.

J. Lieberman 09. Dez 2010

Leider nicht richtig. Der (Einzel-)Fall mit der Stuersünder-CD ist leider überhaupt nicht...

Toreon 09. Dez 2010

Operation Payback nennen die Verantwortlichen das, was sowohl Rückzahlung als auch Rache...

Anne Wand 09. Dez 2010

Ok, thats settled



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Raspberry Pi
Mit einem DVB-T-Stick die Wetterstation retten

Was kann man machen, wenn ein Regenmesser abraucht und man nicht die komplette Wetterstation neu kaufen will? Das Zauberwort heißt SDR.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

Raspberry Pi: Mit einem DVB-T-Stick die Wetterstation retten
Artikel
  1. Coronapandemie: 42,6 Millionen mehr digitale Impfzertifikate als Impfdosen
    Coronapandemie
    42,6 Millionen mehr digitale Impfzertifikate als Impfdosen

    Einem Medienbericht zufolge gibt es eine Lücke zwischen ausgestellten Impfnachweisen und verabreichten Dosen. Diese wird sogar noch größer.

  2. Activision Blizzard: Gewerkschaft verhindert und Call of Duty verbuggt
    Activision Blizzard
    Gewerkschaft verhindert und Call of Duty verbuggt

    Auch nach der Übernahme durch Microsoft geht Activision nicht auf die Mitarbeiter zu - mit Auswirkungen auf den Zustand von Call of Duty.

  3. Soziales Netzwerk: Facebook unterliegt am BGH im Streit um Klarnamenpflicht
    Soziales Netzwerk
    Facebook unterliegt am BGH im Streit um Klarnamenpflicht

    Facebook darf Pseudonyme nicht zwingend verbieten, das entschied nun der BGH. Allerdings auf alter Rechtsgrundlage.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • RX 6900 XTU 16GB 1.449€ • Intel i7 3,6Ghz 399€ • Alternate: u.a. Acer Gaming-Monitor 119,90€ • Logitech Gaming-Headset 75€ • iRobot Saugroboter ab 289,99€ • 1TB SSD PCIe 4.0 128,07€ • Razer Gaming-Tastatur 155€ • GOG New Year Sale: bis zu 90% Rabatt • LG OLED 65 Zoll 1.599€ [Werbung]
    •  /