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Wikileaks: Domscheit-Berg gründet eigene Plattform

Der ehemalige Wikileaks-Mitarbeiter Daniel Domscheit-Berg will noch in diesem Jahr seine eigene Enthüllungsplattform starten. Er hatte die alternative Plattform bereits kurz nach seinem Austritt bei Wikileaks geplant.
/ Jörg Thoma
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Daniel Domscheit-Berg will mit seiner Enthüllungsplattform noch im Dezember 2010 online gehen. Zusammen mit weiteren ehemaligen Wikileaks-Aktivisten soll die neue Webseite offener werden als Wikileaks. Die neue Plattform soll allerdings nur die technische Infrastruktur zur anonymen Eingabe von geheimen Dokumenten nutzen. Wer die Dokumente veröffentlichen darf, soll derjenige bestimmen, der sie eingereicht hat.

"Möglichst viele Menschen sollen möglichst viele Dokumente entgegennehmen können," sagte Domscheit-Berg vor wenigen Tagen in einem Interview mit der Tageszeitung (taz)(öffnet im neuen Fenster) . Domscheit-Berg war Ende September nach einer Auseinandersetzung mit Julian Assange als Wikileaks-Sprecher zurückgetreten. Damals sagte er in einem Interview mit dem Spiegel,(öffnet im neuen Fenster) es brauche "tausend Wikileaks" .

Mehr Transparenz

Domscheit-Berg hatte unter anderem die mangelnde Transparenz innerhalb von Wikileaks kritisiert. Außerdem wollte er nicht nur große Veröffentlichungen, sondern auch nationale Dokumente beachten. Diese wurden vernachlässigt, sagte er. "Ich habe mehrfach versucht, das anzustoßen, aber Julian Assange hat auf jede Kritik mit dem Vorwurf reagiert, ich würde ihm den Gehorsam verweigern und dem Projekt gegenüber illoyal sein" , sagte Domscheit-Berg kurz nach seinem Austritt dem Spiegel.

Unterdessen beginnen einige Länder, den Zugang zu der Schweizer Wikileaks-Webseite zu sperren. In China ist die Webseite bereits seit Sonntag, dem 5. Dezember 2010 nicht mehr erreichbar. Benutzer aus den Vereinigten Arabischen Emiraten konnten die Webseite zeitweilig nicht mehr aufrufen, dort ist sie gegenwärtig aber wieder abrufbar.

Mirrors weltweit

Der Oberste Gerichtshof im pakistanischen Lahore verwarf einen Antrag auf Sperrung der Seite. Als Begründung gab das Gericht an: "Wir müssen die Wahrheit ertragen, egal wie schädlich sie sein mag." Die Schweizer Registrierungsstelle Switch(öffnet im neuen Fenster) , bei der der Name der Webseite angemeldet ist, sieht unterdessen keinen Grund für eine Sperrung.

Wikileaks veröffentlicht unter wikileaks.ch/mirrors.html(öffnet im neuen Fenster) eine Liste der Spiegelserver, die zugleich auf allen Spiegelservern hinterlegt ist. Jeder Mirror verlinkt alle anderen Mirrorserver. Damit steigt der Aufwand, alle Server gleichzeitig abzuschalten, beziehungsweise macht es das unmöglich, da es dazu einer weltweit koordinierten Aktion bedarf. Derzeit umfasst die Liste rund 355 Server(öffnet im neuen Fenster) , darunter befinden sich auch Server der Piratenparteien aus verschiedenen Ländern, die angekündigt haben, Wikileaks zu unterstützen.


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