Mobile World Congress: Zwei deutsche Städte kämpfen um wichtigste Handymesse

Mitte Dezember 2010 will die GSM Association in London entscheiden, in welcher Stadt der Mobile World Congess ab 2013 stattfinden wird. Derzeit bewerben sich die deutschen Städte Köln und München sowie die französische Hauptstadt Paris, die niederländische Hauptstadt Amsterdam und Mailand in Italien um die Messe, wie die Wirtschaftswoche(öffnet im neuen Fenster) berichtet. Barcelona will den Mobile World Congress hingegen in der Stadt behalten.
Köln will sich in London mit politischer Unterstützung als "Welthauptstadt der Mobilkommunikation" präsentieren. Mit diesem Titel darf sich der künftige Veranstaltungsort des Mobile World Congress schmücken. Auch die Messe München wird mit einer politischen Delegation anreisen, um bei den Veranstaltern Punkte zu sammeln.
Ab 2013 will die GSM Association den Mobile World Congress nicht mehr als Messe für Fachbesucher gestalten. Stattdessen soll die Messe ein Massenpublikum ansprechen. Unabhängig von der Messe soll es das ganze Jahr über Veranstaltungen wie Konzerte, Festivals oder Ähnliches geben. Nach dem Willen der Veranstalter verzichtet die ausführende Messegesellschaft auf alle Einnahmen. Allein für den Titel "Welthauptstadt der Mobilkommunikation" würde Köln über zehn Millionen Euro pro Jahr an die GSM Association überweisen.
Hannover sorgt sich um den Erfolg der Cebit
Die GSM Association veranstaltet den Mobile World Congress derzeit immer im Februar, wenige Wochen vor der IT-Messe Cebit im März. Falls die Handymesse künftig in Köln oder München stattfindet, fürchtet Hannover negative Auswirkungen auf die Cebit. Bislang hat der Branchenverband Bitkom weder Köln noch München dabei unterstützt, die weltweit wichtigste Handymesse nach Deutschland zu holen.
In den vergangenen Jahren fand der Mobile World Congress im spanischen Barcelona statt. Die zuständige Messegesellschaft ist derzeit sehr darum bemüht, die Messe in der Stadt zu behalten. Für Barcelona ist der Mobile World Congress eine der wichtigsten Messen, nachdem die Modemesse Bread and Butter nach Berlin gewechselt ist. Die Messegesellschaft soll durch Dumpingpreise in der Branche negativ aufgefallen sein und der Druck auf die Messegesellschaft dürfte derzeit sehr hoch sein, um ein Abziehen der Messe zu verhindern.
Die Ausstellungsfläche in Barcelona reichte allerdings in den vergangenen Jahren nicht, um allen Firmen Platz in den Messehallen zu bieten. Einige Hersteller machten umliegende Hotels zu Ausstellungsflächen und auf dem Messegelände gab es etliche Pavillons, in denen weitere Aussteller Unterschlupf fanden.