Zum Hauptinhalt Zur Navigation

ZFS Dateisystem: Grub nimmt Code in offiziellen Zweig auf

Die Entwickler des Bootloaders Grub wollen ein ZFS-Modul in den offiziellen Codezweig aufnehmen. Der Code des Treibers stammt aus dem Open-Solaris-Projekt und ist dort unter die GPL gestellt.
/ Jörg Thoma
44 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

Die Entwickler wollen den ZFS-Code in den offiziellen Zweig des Grub-Bootloaders 0.97 aufnehmen. Bislang wurde der ZFS-Treiber unter Grub-Extras als externes Modul gelagert. Der Code für den Treiber stammt aus dem Open-Solaris-Projekt und wurde dort unter die GPL gestellt. Grub kommt auch unter Solaris zum Einsatz.

Die Integration des ZFS-Codes sei ein Ausnahme, so Grub-Entwickler Robert Millan(öffnet im neuen Fenster) . Normalerweise benötige das Grub-Projekt ein Copyright-Assignment, also eine explizite Zuweisung des Code-Copyrights an das Grub-Projekt. Die Entwickler gehen aber davon aus, dass die GPL-Lizenz des Grub-ZFS-Moduls nicht angreifbar ist, denn auch binäre Versionen von Solaris verwenden die modifizierte Grub-Variante. Damit binde sich Oracle ebenfalls an die GPL, unter die das Modul gestellt wurde, so Millan.

Der Code soll dann auch in die aktuelle Version Grub 2 einfließen, denn die Grub-Entwickler gehen davon aus, dass Solaris auf Grub 2 umsteigen und die Open-Solaris-Community nachziehen wird. Version 0.97 ist die letzte Version der ersten Generation des Bootloaders, die nicht mehr weiterentwickelt wird.

Grub kommt in Linux-Systemen mehrheitlich zum Einsatz. Der Bootloader erkennt zahlreiche Dateisysteme, auf denen er mindestens einen startfähigen Systemkernel finden muss. Teile des Bootloaders werden in Partitionen abgelegt, darunter auch die Grub-Shell, über die der Bootloader per Befehlseingabe gesteuert werden kann und auf die Grub zugreifen können muss. Da die Dateisystemtreiber meist nur lesend funktionieren müssen, unterscheidet sich das ZFS-Modul von Grub wesentlich vom Kerneltreiber. Dieser steht unter der CDDL und kann aufgrund der GPL-Inkompatibilität nicht offiziell mit dem Linux-Kernel verwendet werden.

Einige Drittanbieter haben dennoch einen Linux-Treiber für das unter Solaris und BSD-System verbreitete und populäre Dateisystem entwickelt. Der Treiber wird langfristig nicht in den offiziellen Quellcode des Linux-Kernels einfließen. Anwendern bleibt es jedoch offen, das Modul zu verwenden.


Relevante Themen