Abo
  • Services:

Europäisches Patent

Google soll Sprachenproblem automatisch lösen

Das Europäische Patentamt hat eine Vereinbarung mit Google über die automatische Übersetzung von Patenten in 38 Sprachen geschlossen. Damit könnte der Sprachenstreit im europäischen Patentwesen entschärft werden.

Artikel veröffentlicht am ,
Europäisches Patent: Google soll Sprachenproblem automatisch lösen

An der Frage, in welchen Sprachen die Patentschriften für ein EU-Patent verfügbar sein sollen, ist die Einführung eines EU-weiten Patentsystems bisher gescheitert. Der Widerstand von Spanien und Italien verhinderte zuletzt bei Gesprächen in der vergangenen Woche eine Einigung. Beide Länder bestehen weiterhin darauf, dass EU-Patentanmeldungen auch in ihrer jeweiligen Landessprache möglich sein sollen. Eine Gruppe von EU-Mitgliedern hat deshalb beschlossen, im Rahmen einer "verstärkten Zusammenarbeit" ein gemeinsames Patent einzuführen.

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Abstatt
  2. TUI Group, Hannover

Eine am Montag zwischen dem Europäischen Patentamt (EPA) und dem Internetunternehmen Google geschlossene Vereinbarung könnte vielleicht helfen, einen Ausweg aus der verfahrenen Situation zu finden. Wie das Europäische Patentamt in München mitteilte, hat es mit Google ein "Memorandum of Understanding" geschlossen, um Patente automatisch "in die Sprachen der 38 Länder zu übersetzen, für die das Amt tätig ist". Als Gegenleistung soll Google Zugriff auf die bisher manuell erstellten Übersetzungen von europäischen Patenten bekommen. Das soll es dem Unternehmen ermöglichen, seine Übersetzungstechnologie zu verbessern.

Benoît Battistelli, Präsident des EPA, erklärte anlässlich der Unterzeichnung der Vereinbarung: "Die Partnerschaft mit Google zur Entwicklung von Tools für die maschinelle Übersetzung von Patenten wird es Erfindern, Ingenieuren und Forschungsteams erleichtern, aus der Fülle veröffentlichter Patentinformationen die relevanten Patentdokumente effizient - in ihrer eigenen Sprache - herauszufiltern. Durch die Vereinbarung mit Google wird das EPA zum Vorreiter in dem Bemühen, das Patentsystem zu internationalisieren und dessen Qualität zum Nutzen der weltweiten Wirtschaft zu verbessern."

Auch Googles Vizepräsident für den Vertrieb in Süd- und Osteuropa, dem Nahen Osten und Afrika, Carlo d'Asaro Biondo, zeigte sich erfreut über die Vereinbarung: "Diese Zusammenarbeit ist für Google wie auch für Europa hochinteressant. Sie wird für alle Europäer Informationen besser zugänglich machen, die Innovation fördern und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Wirtschaft stärken."

Mit der jetzt getroffenen Vereinbarung dürften sich die Chancen des Europäischen Patentamts deutlich verbessern, auch in einem künftigen EU-Patentsystem eine Schlüsselstellung einzunehmen. Das Amt strebt danach, im Rahmen eines EU-Patentsystems die Zuständigkeit für die Vergabe von Patenten und die Bearbeitung von Patentklagen zu erhalten.

Kritiker haben dem Amt, das keine EU-Institution ist, in der Vergangenheit immer wieder eine zu industriefreundliche Patentvergabepolitik und Verstöße gegen das Europäische Patentübereinkommen vorgeworfen. Besonders im Bereich von Software- und Biopatenten entfachen umstrittene Entscheidungen der Beschwerdekammern des Amtes Unmut bei Patentkritikern. Auf besondere Vorbehalte trifft, dass die Beschwerdekammern des EPA juristisch unabhängig vom Europäischen Gerichtshof und von nationalen Gerichten agieren können. [von Robert A. Gehring]



Anzeige
Top-Angebote
  1. 699€ statt 1.199€ im Vergleich
  2. (u. a. HP Omen 1100 Gaming-Tastatur für 49,99€ statt 79,99€ und HP 15.6" Topload Tasche...
  3. 86,90€ statt 119,40€ im Vergleich

blubbs 03. Dez 2010

Ich finde es ist auch ein Wettbewerbsnachteil, wenn man sein Patent im Gegensatz zu...

LockerBleiben 03. Dez 2010

Auweh, das kenne ich von diverser Hardware zu Genüge. :(

Kaktee 03. Dez 2010

Da durften sich wohl mal wieder nur ein paar Bürokraten ohne EDV-Kenntnisse mit Google an...

jaguar gleich... 02. Dez 2010

Es geht auch um Verbindlichkeiten die z.b. der Big-Boni-Boss unterschreiben muss. Oder...

Ali Baba und... 02. Dez 2010

is für Gefingerpoken... Das wird lustig vor dem Patentgericht. Wenn man sich streiten...


Folgen Sie uns
       


Honor 10 gegen Oneplus 6 - Test

Das Honor 10 unterbietet den Preis des Oneplus 6 und bietet dafür ebenfalls eine leistungsfähige Ausstattung.

Honor 10 gegen Oneplus 6 - Test Video aufrufen
CD Projekt Red: So spielt sich Cyberpunk 2077
CD Projekt Red
So spielt sich Cyberpunk 2077

E3 2018 Hacker statt Hexer, Ich-Sicht statt Dritte-Person-Perspektive und Auto statt Pferd: Die Witcher-Entwickler haben ihr neues Großprojekt Cyberpunk 2077 im Detail vorgestellt.
Von Peter Steinlechner


    Volocopter 2X: Das Flugtaxi, das noch nicht abheben darf
    Volocopter 2X
    Das Flugtaxi, das noch nicht abheben darf

    Cebit 2018 Der Volocopter ist fertig - bleibt in Hannover aber noch am Boden. Im zweisitzigen Fluggerät stecken jede Menge Ideen, die autonomes Fliegen als Ergänzung zu anderen Nahverkehrsmitteln möglich machen soll. Golem.de hat Platz genommen und mit den Entwicklern gesprochen.
    Von Nico Ernst

    1. Urban Air Mobility Airbus gründet neuen Geschäftsbereich für Lufttaxis
    2. Cityairbus Mit Siemens soll das Lufttaxi abheben
    3. Verkehr Porsche entwickelt Lufttaxi

    In eigener Sache: Freie Schreiber/-innen für Jobthemen gesucht
    In eigener Sache
    Freie Schreiber/-innen für Jobthemen gesucht

    IT-Profis sind auf dem Arbeitsmarkt enorm gefragt, und die Branche hat viele Eigenheiten. Du kennst dich damit aus und willst unseren Lesern darüber berichten? Dann schreib für unser Karriere-Ressort!

    1. Leserumfrage Wie sollen wir Golem.de erweitern?
    2. Stellenanzeige Golem.de sucht Redakteur/-in für IT-Sicherheit
    3. Leserumfrage Wie gefällt Ihnen Golem.de?

      •  /