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Cablegate: Amazon nimmt Wikileaks offline

Wikileaks kann nicht mehr auf Server bei Amazon zurückgreifen. Der Cloud-Computing-Anbieter hat Wikileaks die Server abgeschaltet.
/ Jens Ihlenfeld
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Amazon hat Wikileaks von seinen Servern geschmissen, teilt Wikileaks per Twitter mit(öffnet im neuen Fenster) . Wikileaks gibt sich unter Verweis auf das Recht auf freie Meinungsäußerung empört und kündigte an, sein Geld künftig für Mitarbeiter in Europa auszugeben: "Wenn Amazon sich mit dem ersten Verfassungszusatz so schwer tut, sollten sie sich aus dem Geschäft mit dem Verkauf von Büchern zurückziehen" , twittert Wikileaks weiter(öffnet im neuen Fenster) .

Zufrieden mit Amazons Entscheidung gibt sich hingegen der unabhängige US-Senator Joe Lieberman(öffnet im neuen Fenster) . Er bedauere nur, dass Amazon so lange gebraucht habe, um zu der Entscheidung zu gelangen, Wikileaks von seinen Servern zu verbannen, schließlich habe Wikileaks schon zuvor geheime Dokumente veröffentlicht. Lieberman steht dem Komitee Heimatschutz und Regierungsangelegenheiten vor. Er fordert alle Unternehmen, die von Wikileaks genutzt werden, auf, Amazons Beispiel zu folgen. Wikileaks' illegales, empörendes und rücksichtsloses Verhalten habe die nationale Sicherheit gefährdet: "Kein verantwortungsvolles Unternehmen - ganz gleich, ob amerikanisch oder ausländisch - sollte Wikileaks helfen, dieses gestohlene Material zu verbreiten" .

Damit aber nicht genug: Lieberman fordert Amazon auf, Auskunft über das Ausmaß der Zusammenarbeit mit Wikileaks zu geben. Zudem sollen Amazon und andere Provider erklären, wie sie verhindern wollen, dass ihre Angebote in Zukunft genutzt werden, um gestohlene Geheiminformationen zu verbreiten.

Amazon hat sich bislang nicht dazu geäußert, warum die Wikileaks-Server abgeschaltet wurden. Das US-Heimatschutzministerium verweist Journalisten auf die Stellungnahme von Lieberman, so dass davon auszugehen ist, dass vonseiten der US-Regierung Druck auf Amazon ausgeübt wurde.

Wikileaks hat derweil eine andere Lösung gefunden, denn das Material ist weiterhin bei Wikileaks abrufbar.


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