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Megaframe Imager: Europäer entwickeln Superkamera für die Wissenschaft

Europäische Forscher haben eine Hochgeschwindigkeitskamera entwickelt. Sie liefert bis zu einer Million Bilder pro Sekunde, was Forschern unter anderem neue Einblicke in molekulare Prozesse verschaffen soll.
/ Werner Pluta
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Der Chip des Megaframe Imager
Der Chip des Megaframe Imager

Megaframe Imager heißt die Superkamera, die im Rahmen eines europäischen Forschungsprojektes(öffnet im neuen Fenster) entstanden ist. Sie kann eine Million Bilder in der Sekunde aufnehmen und soll in verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen eingesetzt werden.

Der Bildsensor der Kamera besteht aus sogenannten Single Photon Avalanche Dioden(öffnet im neuen Fenster) (SPAD), die auf einem CMOS-Chip sitzen. Die Auflösung der SPAD-Anordnung beträgt 32 x 32 Pixel. Die SPADs sind nicht nur sehr schnell, sondern auch sehr lichtempfindlich: Sie können einzelne Photonen erfassen.

Der Megaframe Imager soll Forschern bisher nicht mögliche Einblicke in molekulare Prozesse bieten. Mit seiner Hilfe und der von DNA-Microarrays haben Forscher jetzt sogenannte Bindungsereignisse von der DNA eines Hepatitis-C-Virus und eines humanen Herpes-Virus festgehalten, wie sie im Fachmagazin Biomedical Optics Express(öffnet im neuen Fenster) beschreiben, das von der Optical Society of America herausgegeben wird.

An der Entwicklung von Megaframe waren Forschungseinrichtungen in mehreren europäischen Ländern beteiligt, darunter die Universität im schottischen Edinburgh und Fondazione Bruno Kessler aus dem italienischen Trient sowie der Chiphersteller ST Microelectronics.

Die schnelle und lichtempfindliche Kamera soll aber nicht nur Bilder von Vorgängen in Zellen liefern. Einsatzmöglichkeiten sehen die Forscher auch in der Astronomie oder der Automobilentwicklung, wo sie Zeitlupenaufnahmen von Unfällen liefern soll.


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