Travestie-Ulk

Nutzer lassen Otto-Model-Contest bei Facebook scheitern

Entnervt von zu viel Werbung im sozialen Netzwerk Facebook haben die Nutzer einen Modelwettbewerb des Internetkonzerns Otto auflaufen lassen. Sie wählten mit großer Mehrheit ein Travestie-Ulkfoto zum Gewinner. Otto freut sich dennoch über die Aktion.

Artikel veröffentlicht am ,
Der Brigitte
Der Brigitte

Ein Travestie-Ulk hat einen Modelwettbewerb des Onlinehändlers Otto bei Facebook scheitern lassen. Am 15. November 2010 rief der Modehändler zu diesem Wettbewerb auf. Mit 23.000 Stimmen wurde der Koblenzer Student Sascha Mörs mit einer Gag-Aufnahme in Frauenkleidern zum Sieger gewählt. Otto hatte den Wettbewerb ausgeschrieben. Der Sieger sollte zwei Wochen lang das Gesicht der Facebook-Fanseite werden, so die Zusage des Konzerns. Doch statt eines der schönen Gesichter der rund 50.000 jungen Frauen und Männer anzuklicken, die an dem Wettbewerb teilnahmen, wählten die Facebook-Nutzer einen Gag.

Immer mehr Konzerne versuchen derzeit intensiv, mit Werbeaktionen auf Facebook Kontakte zu potenziellen Käufern zu bekommen. Mörs habe sich bei Facebook eingeloggt und sei genervt davon gewesen, dass seine gesamte Pinnwand überfüllt von der Otto-Aktion gewesen sei, sagte er Spiegel Online. Er habe sich deshalb entschieden, die Werbeaktion des Konzerns mit Ulkaufnahmen zu boykottieren. In Frauenkleidern, mit blonder Perücke, grellrot geschminkten Lippen, einer roten Federboa und schwarzen Netzhandschuhen posierte er als "Der Brigitte". Über seine Facebook-Freunde erreichte er innerhalb von nur vier Stunden bereits mehr als 500 Zustimmungen auf Facebook. Um noch mehr Stimmen zu bekommen, druckte Sascha Flyer und verteilte sie an seiner Uni, auch seine Mutter warb für die Aktion. Nach zwei Tagen lag er schon auf dem 2. Rang. Zum Schluss gingen von insgesamt fast 1,2 Millionen Stimmen 23.000 an Mörs, der so mit Abstand die Nummer eins wurde. Doch für Otto hat sich die Aktion trotzdem gelohnt.

"Was Sascha mit seinem Foto ausgelöst hat, war gigantisch. Täglich wuchs unsere Fangemeinde um rund 10.000 auf am Ende 160.000 Fans", sagte Otto-Sprecher Thomas Voigt. Das sei im Wettbewerbsumfeld einzigartig. So hat Wettbewerber Amazon Deutschland nur 18,600 Fans auf seiner Facebook-Fanseite. "Humor ist, wenn man trotzdem lacht", erklärte Voigt.

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