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60 Minuten Gran Turismo 5: Noch kein Schaden in Sicht

Das aufgrund mehrfacher Verschiebungen von Fans scherzhaft Gran Turismo Forever genannte Rennspiel von Polyphony Digital ist seit heute zu kaufen. Golem.de startet mit einer ersten Fahrstunde.
/ Michael Wieczorek
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Sofern die Playstation 3 mit dem Internet verbunden ist, lädt Gran Turismo 5 direkt zum Launch ein 133 MByte großes Update auf Version 1.01, das die Onlinemodi aktiviert. Danach gibt das Rennspiel die Empfehlung aus, es zu installieren. Die Installation dauert abhängig von der Geschwindigkeit der Festplatte in der PS3 zwischen 38 und 50 Minuten. So werden die meisten Spieler die erste Stunde Gran Turismo 5 mit dem Ansehen von Fortschrittsbalken verbringen. Wir aber kappen das LAN-Kabel und spielen GT5-Vanilla – also ohne Patch und ohne Installation von 6,4-GByte-komprimierten Daten. Ohne die Vorinstallation entpackt Gran Turismo 5 beim Laden der Strecken und Autos temporäre Dateien auf die Festplatte – es installiert sich praktisch während des Spielens von alleine.

Gran Turismo 5 – Intro
Gran Turismo 5 – Intro (06:23)

Das sechs Minuten lange Intro vermittelt gelungen, dass nur absolute Autonarren das folgende Rennspiel programmiert haben können. Die erste Hälfte beschäftigt sich ausschließlich mit der industriellen Fertigung eines Nissan GTR und zeigt moderne Maschinerie bei der Arbeit. Danach folgen vorgerenderte Rennszenen, die Lust auf die ersten eigenen Kilometer machen.

Das Hauptmenü gibt Spielern die Auswahl zwischen den Modi GT Life (Karrieremodus), Arcade (schnelle Rennen), Streckeneditor und GT TV. Knappe sechs Jahre nach den ersten Runden im japanischen GT4 wollen wir direkt auf die Strecke, entscheiden uns für den Arcademodus, die Strecke Highspeed Ring im Regen – und kommen zur Autoauswahl.

Hier buhlen rund 200 Autos mit der Bezeichnung Premium um den Spieler. Premium-gekennzeichnete Autos wurden vom Entwickler Polyphony Digital besonders aufwendig virtuell nachgebaut. Sie bieten ein voll funktionsfähiges Cockpit und ein Schadensmodell, bestehen aus mehr Polygonen, haben sehr authentische Motorengeräusche und die Originalhupen. Die restlichen knapp 800 Boliden erinnern mit teilweise gröberen Texturen und deutlich weniger Polygonen eher an HD-Varianten der Autos aus Gran Turismo 4. Sie sehen dennoch schick aus, und im Rennalltag auf der Strecke sind die Unterschiede zwischen Standard- und Premium-Rennern nur mit Konzentration und Vorwissen sichtbar. Es sei denn, Spieler sitzen selbst nur in einem Standardrenner und müssen auf das Cockpit verzichten.

Auf der Strecke fühlt sich alles wie früher an. Nach dem rollenden Start räumen wir in unserem Audi R8 4.2 FSI R Tronic '07 das Feld von hinten auf. Durch die Steuerung mit dem Sixaxis-Controller fehlt Force Feedback. Dadurch müssen wir auf wichtige Rückmeldungen des Fahrzeugs verzichten, die das Fahrerleben einfacher machen würden. Im Regen könnten wir sie besonders gut gebrauchen: Die Gischt der voraus fahrenden Autos nimmt uns komplett die Sicht. Die Cockpitansicht beeindruckt mit aktiven Scheibenwischern, beleuchteten Armaturen und physikalisch korrekt perlenden Regentropfen – gut sichtbar bei der Durchfahrt eines Tunnels. Insgesamt gelingt ein guter zweiter Platz, wir schließen den Dual-Shock-3-Controller an und gehen in den GT-Life-Modus.

Das Leben als Rennfahrer

Der GT-Life-Modus ersetzt den früheren Gran-Turismo-Modus und ist die Schaltzentrale für den Spieler. Hier verwaltet er sein Profil, kauft, verkauft und tuned seine Autos und wählt die nächsten Karriereschritte. Durch alte Gewohnheiten angetrieben, wählen wir direkt die Fahrlizenzprüfungen, steigen bis Level 4 im Fahrerlevel auf und gewinnen Lizenz B. Dass wir sie – anders als in den PS2-Teilen der Serie – gar nicht gebraucht hätten, um an den ersten Rennen teilzunehmen, merken wir erst hinterher.

Gran Turismo 5 – Angespielt
Gran Turismo 5 – Angespielt (08:34)

Alles, was Spieler brauchen, ist ein Gebrauchtwagen. Damit können sie an allen Cups teilnehmen, solange ihr Fahrerlevel hoch genug ist und das Auto zur Rennserie passt. Wir kaufen uns einen Klassiker, einen Mini Marcos GT '70 in der Farbe Mid Chrome Yellow. Im Sunday-Cup treten wir damit gegen Nissan Primera und Peugeot 207 an. Verglichen mit den modernen Fahrzeugen wirkt der Marcos winzig und deplatziert. Das Renngeschehen sieht im Replay, trotz unseres Sieges, fast so aus, als hätte jemand das Fahrzeug mit einer Fan-Modifikation in das Spiel gepatched. Aber: Das hat auch seinen Charme und verdeutlicht die große Freiheit, die Spielern in GT5 gegeben wird.

Während des Begutachtens der Wiederholung fallen hier und da Fehler in der vertikalen Bildsynchronisation auf. Auf V-Sync scheint Polyphpony zugunsten einer möglichst hohen Bildrate verzichtet zu haben. Die Aussetzer sind sehr selten und hängen auch von der Auto- und Streckenkombination ab. London mit zwölf Premium-Autos bringt GT5 zum Beispiel an seine Grenzen. Der Schattenwurf der Fahrzeuge ist zum Start der Rennen ebenfalls keine Augenweide und grob pixelig. Auch vom angekündigten Schadensmodell ist bisher – abgesehen von simplen Kratzern im Lack – nichts zu sehen. Insgesamt wirkt Sonys Vorzeigerennspiel optisch auf den ersten Blick nicht imposant und etwas weniger stimmig als beispielsweise Gran Turismo 3 anno 2001. Es kann aber durchaus sein, dass einige grafische Leckerbissen sich erst im späteren Spielverlauf offenbaren.

Kurz bevor wir die ersten Kartrennen absolvieren können und uns Nascar-Profi Jeff Gordon im Spiel erklärt, was Nascar so faszinierend macht, ist die erste Stunde vorbei. Uns wird bewusst, wie wenig wir von diesem riesigen Spiel bisher sehen konnten. Ein ausführlicher Test mit Lenkradeinsatz, Headtracking über die Playstation-Eye-Kamera, einer selbst gebauten Strecke, Onlinerennen und vielen weiteren Autos und Rennserien wird am Freitag, dem 26. November 2010 gegen 14 Uhr auf Golem.de zu finden sein.

In der Rubrik "60 Minuten" nimmt Golem.de aktuelle Titel direkt nach der Veröffentlichung in der offiziellen Verkaufsversion für eine Stunde unter die Lupe – Auspacken und Installieren nicht eingerechnet. Einen Test kann dieser erste Eindruck nicht ersetzen. Er gibt aber Aufschluss darüber, was die Spieler nach dem Start erwartet.


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