Abo
  • Services:
Anzeige
Magnetischer Käfig: Wissenschaftler am Cern setzen Antiwasserstoff fest

Magnetischer Käfig

Wissenschaftler am Cern setzen Antiwasserstoff fest

Am europäischen Kernforschungszentrum Cern haben Wissenschaftler Antimaterieteilchen lange genug erhalten, um sie zu untersuchen. Von den Ergebnissen erhoffen sie sich Aufschluss über den Verbleib der Antimaterie.

Wenn in letzter Zeit vom europäischen Kernforschungszentrum Cern die Rede war, ging es meist um den Large Hadron Collider. Jetzt sorgen Wissenschaftler, die an einem Experiment des Antiproton Decelerator (Antiprotonen-Entschleuniger, kurz AD) arbeiten, für Schlagzeilen: Ihnen sei es gelungen, Antimaterieatome herzustellen und lange genug in einem Magnetfeld festzuhalten, um sie unter die Lupe zu nehmen, schreiben die Wissenschaftler in einem Aufsatz in dem britischen Fachmagazin Nature.

Anzeige

Wasserstoff und Antiwasserstoff

Antimaterie ist der Gegenpart zu Materie: Beide sind identisch aufgebaut, aber haben entgegengesetzte Ladung. Ein Wasserstoffatom etwa besteht aus einem Proton und einem Elektron, ein Antiwasserstoff hingegen aus einem Antiproton und einem Positron. Treffen beide aufeinander, löschen sie sich gegenseitig aus.

Im Vakuum des Experiments Alpha des AD haben die Wissenschaftler Antiwasserstoffatome hergestellt. Dazu werden entschleunigte Antiprotonen mit Positronen zusammengebracht. Doch obwohl die Antimaterie in einem Vakuum entsteht, kommt sie innerhalb von Millisekunden mit normaler Materie in Kontakt und verschwindet. Wird ein Antiwasserstoff jedoch in einem starken Magnetfeld gefangen, lässt sich seine Lebensdauer verlängern.

38 Antiwasserstoffatome

Während der Versuche am Alpha-Experiment waren tausende der Antimaterieteilchen entstanden. Doch nur in 38 Fällen gelang es den Forschern, eines lange genug in der Falle festzuhalten. Das war zwar auch nur etwas mehr als eine Zehntelsekunde, reichte aber aus, um den Antiwasserstoff zu untersuchen. Das Ziel ist, das Energieniveau von Antiwasserstoff mit dem von Wasserstoff zu vergleichen, um herauszufinden, ob die Antimaterie den gleichen elektromagnetischen Kräften ausgesetzt ist wie die normale Materie. Das ist eine wichtige Prämisse für das Standardmodell der Elementarteilchenphysik.

  • Grafik des Experiments Alpha und des elektrischen Potenzials (Bild: Nature)
  • Nicht gefangene Antiwasserstoffatome im Experiment Alpha, die durch den Kontakt mit Materie vernichtet werden (Bild: Cern)
  • Das Experiment Alpha, an dem die Antimaterieteilchen gefangen wurden (Bild: Cern)
  • Die Antimateriefalle von außen (Bild: Niels Madsen/Alpha)
Grafik des Experiments Alpha und des elektrischen Potenzials (Bild: Nature)

1995 stellte ein Team von Wissenschaftlern am Cern zum ersten Mal künstlich Antimaterieatome her. 2002 war es an den AD-Experimenten Athena und Atrap gelungen, Antiwasserstoff in größeren Mengen zu produzieren. Die Ergebnisse von Alpha seien, schreibt das Cern in einer Pressemitteilung, "der jüngste Schritt auf dieser Reise".

Wo steckt sie nur?

Antimaterie stellt Wissenschaftler noch immer vor ein Rätsel. Theoretisch müsste es genauso viel Antimaterie geben wie Materie - beide müssten beim Urknall in gleicher Menge entstanden sein. Doch bisher sind noch keine Himmelskörper entdeckt worden, die aus Antimaterie bestehen. Der Verbleib der Antimaterie ist unbekannt. Ein Vergleich der physikalischen Eigenschaften von beiden Materien soll, so hoffen die Physiker, Aufschluss darüber bringen, weshalb es mehr Materie als Antimaterie gibt.


eye home zur Startseite
GodsBoss 04. Feb 2011

Gemeint sind hier 10^37 Jahre, 1037 Jahre wäre dann doch arg kurz. Protonenzerfall ist...

GodsBoss 04. Feb 2011

Das Problem ist, dass die Struktur zumindest des sichtbaren Universums (es soll...

Hassan 21. Nov 2010

@ Manfred Was Reden Sie da über Siglinde? Und es gab den Urknall. Hier ein Video davon...

Rätsel 20. Nov 2010

Man könnte sich zwei deckungsgleiche Räume vorstellen. Ein Prozess im Raum 1 hätte seine...

niamin 19. Nov 2010

Ja. Die Energie die (ohne Verluste) aufgewandt wurde um das Antiteilchen zu erzeugen...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. LAUER-FISCHER ApothekenService GmbH, Wuppertal
  2. SICK AG, Waldkirch bei Freiburg im Breisgau
  3. neam IT-Services GmbH, Paderborn
  4. BWI GmbH, Berlin


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 74,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  2. (u. a. Hobbit Trilogie Blu-ray 43,89€ und Batman Dark Knight Trilogy Blu-ray 17,99€)
  3. 299,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)

Folgen Sie uns
       


  1. Deutsche Telekom

    Weitere 39.000 Haushalte bekommen heute Vectoring

  2. Musikerkennungsdienst

    Apple erwirbt Shazam

  3. FTTH

    EWE senkt die Preise für seine Glasfaserzugänge

  4. WLAN

    Zahl der Vodafone-Hotspots steigt auf zwei Millionen

  5. Linux-Grafiktreiber

    Mesa 17.3 verbessert Vulkan- und Embedded-Treiber

  6. Gemini Lake

    Intel bringt Pentium Silver mit Gigabit-WLAN

  7. MG07ACA

    Toshiba packt neun Platter in seine erste 14-TByte-HDD

  8. Sysinternals-Werkzeug

    Microsoft stellt Procdump für Linux vor

  9. Forschungsförderung

    Medizin-Nobelpreisträger Rosbash kritisiert Trump

  10. Sicherheit

    Keylogger in HP-Notebooks gefunden



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Bundesregierung: Mit verdrehten Zahlen gegen die ePrivacy-Verordnung
Bundesregierung
Mit verdrehten Zahlen gegen die ePrivacy-Verordnung
  1. Steuerstreit Apple zahlt 13 Milliarden Euro an Irland
  2. Rechtsunsicherheit bei Cookies EU warnt vor Verzögerung von ePrivacy-Verordnung
  3. Datenschutz EU-Parlament stimmt ePrivacy-Verordnung zu

Dynamics 365: Microsoft verteilt privaten Schlüssel an alle Kunden
Dynamics 365
Microsoft verteilt privaten Schlüssel an alle Kunden
  1. Microsoft Kollaboratives Whiteboard als Windows-10-Preview verfügbar
  2. Microsoft-Studie Kreative Frauen interessieren sich eher für IT und Mathe
  3. Connect 2017 Microsoft setzt weiter auf Enterprise-Open-Source

Amazon Video auf Apple TV im Hands on: Genau das fehlt auf dem Fire TV
Amazon Video auf Apple TV im Hands on
Genau das fehlt auf dem Fire TV
  1. Amazon Verkaufsbann für Apple TV bleibt bestehen
  2. Smartphone-Speicherkapazität Wie groß der Speicher eines iPhones sein sollte
  3. Mate 10 Pro im Test Starkes Smartphone mit noch unauffälliger KI

  1. Re: Lüge...

    No name089 | 04:17

  2. Re: Homescreen unbrauchbar!

    No name089 | 04:14

  3. Jeder der neun Platter ...

    amagol | 04:04

  4. Re: "Microsoft loves Linux"

    Teebecher | 04:02

  5. Re: Wie halten die das Helium da drin?

    maverick1977 | 03:33


  1. 19:10

  2. 18:55

  3. 17:21

  4. 15:57

  5. 15:20

  6. 15:00

  7. 14:46

  8. 13:30


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel