Aktionärsversammlung: Ballmer und Gates gegen Aufspaltung von Microsoft

Microsoft-Chef Steve Ballmer und der Aufsichtsratsvorsitzende Bill Gates haben sich gestern auf einer jährlichen Aktionärsversammlung in Bellevue, Washington, gegen eine Aufspaltung des Unternehmens gewandt. Das berichtet die US-Tageszeitung Seattle Times(öffnet im neuen Fenster) . Investoren wie die Goldman Sachs Group hatten vorgeschlagen, dass der Konzern sein Endkundengeschäft zusammen mit der Spielekonsole Xbox ausgründet, damit sich das Unternehmen besser auf sein Kerngeschäft konzentrieren kann. Ein Aufbrechen sei nicht sinnvoll, sagte Ballmer, denn die Computerbranche befände sich in einer Konsolidierungsphase. "Ich glaube nicht, dass es sinnvoll wäre" , sagte er. "Damit werden keine ökonomischen Synergien geschaffen." Auch Gates nannte eine Aufspaltung eine schlechte Idee. Die Schaffung eines neuen Unternehmens sei keine Lösung.
Die Aktie des Unternehmens hat in diesem Jahr 15 Prozent an Wert verloren. Eine Erhöhung der Dividende um 23 Prozent 2010 reichte den Anlegern nicht aus. Sie fragten, warum eine Firma, die mit ihren Quartalsergebnissen meist die Analystenprognosen überbieten könne, es nicht schaffe, ihren Börsenwert zu steigern.
"Wir alle sind Aktionäre" , sagte Ballmer, "darum verstehe ich die Frustration hier. Wir sollten darüber reden, was wir tun können und was wir nicht tun können. Schließlich versteht die Börse es richtig, solange wir es richtig verstehen."
Ein weiterer Anleger fragte, warum Gates Unternehmensaktien von Microsoft verkauft und den Erlös an die Bill & Melinda Gates Foundation gespendet habe, statt die Aktien aus den Bilanzen des Unternehmens zu streichen, was gut für den Börsenkurs gewesen wäre. Er habe sich dafür entschieden, das Geld an die Stiftung zu geben, statt die Anzahl der ausstehenden Aktien von Microsoft zu reduzieren, erklärte Gates.
Viel Applaus bekam Ballmer für eine Aussage zur Rolle von Gates bei der Produktentwicklung. "Wir haben wirklich Glück, dass Bill uns weiterhin seine Zeit so großzügig zur Verfügung stellt, nicht nur als Aufsichtsratschef, sondern auch als Berater für einige unserer wichtigsten Projekte."



