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Spieletest Hot Pursuit: Need For Speed rast in Richtung Burnout

Simulation war gestern, jetzt kommt der Bleifuß zum Einsatz: Hot Pursuit, die 2010er Ausgabe von Need for Speed , setzt auf spektakuläre Verfolgungsjagden mit der Polizei, Blechschaden, hohes Tempo - und frische Onlineideen.
/ Thorsten Wiesner
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Keine Tuning-Möglichkeiten, kein realistisches und simulationsartiges Renngefühl: Need For Speed Hot Pursuit grenzt sich deutlich von den letzten Serienteilen ab, etwa dem 2009 veröffentlichten Shift . Im Zentrum des neuen Rennspiels von Electronic Arts stehen stattdessen rasante Verfolgungsjagden mit der Polizei, in denen der Spieler wahlweise Jäger oder Gejagter ist.

Need for Speed Hot Pursuit - Spielszenen (Gameplay) von Golem.de
Need for Speed Hot Pursuit - Spielszenen (Gameplay) von Golem.de (04:14)

Als rücksichtsloser Raser muss der Spieler den Ordnungshütern entkommen, immer neue Bestzeiten aufstellen und seinen Kopfgeldwert steigern. Polizisten hingegen jagen die Straßenrowdys und gehen wenig zimperlich vor, wenn sie die Übeltäter aus dem Verkehr ziehen. Wildes Drängeln und Rempeln, Abdrängen oder gegen die Bande pressen sind probate Mittel. Hinzu kommen aber auch mehrere Extras. So darf man während des Rennens etwa ein Nagelband auslegen, einen lähmenden Elektroschock verwenden oder eine Straßensperre und Hubschrauber zu Hilfe rufen.

Erfolge schalten wie gewohnt neue Events und Fahrzeuge frei und verbessern den eigenen Rang immer weiter. Eine wirkliche Geschichte rund um den persönlichen Aufstieg bietet der Karrieremodus allerdings weder auf Polizei- noch auf Raserseite. Der jeweils nächste Event wird immer nur auf einer recht unspektakulären Karte ausgewählt.

Das Fahrgefühl ist trotz zahlloser lizenzierter und wunderschön anzusehender Luxuskarossen sehr arcadelastig. Unterschiede im Fahrverhalten gibt es zwar, prinzipiell sind alle Vehikel aber problemlos zu kontrollieren und zu fahren. Ob Spieler im BMW Z4 oder im Audi TT über die Piste brettern oder in Polizeiwagen von Mazda oder Ford unterwegs sind - es ist kaum nötig, sich bei der Steuerung umzugewöhnen. Der Schwierigkeitsgrad steigt trotzdem schnell an, weil etwa die KI-Gegner immer wieder intelligent Abkürzungen auf den Kursen nutzen.

Auf den Spuren von Burnout

Auch sonst will Hot Pursuit von Realismus nicht viel wissen. Das Entwicklerstudio Criterion Games ist vor allem durch die Burnout-Reihe bekannt und hat auch viel vom Renngeschehen und dem Spielablauf aus der Burnout-Reihe übernommen. Spektakuläre Crashs, Aufladen der Turboleiste durch gewagte Manöver oder Fahren im Gegenverkehr, beeindruckende Zeitlupeneinstellungen - würde statt Need for Speed der Name Burnout auf der Packung stehen, es hätte sich wohl kaum ein Spieler gewundert.

Need for Speed Hot Pursuit - Autolog erklärt
Need for Speed Hot Pursuit - Autolog erklärt (01:28)

Neben dem Einzelspielermodus sind es vor allem die Onlinemodi, die Hot Pursuit auf längere Sicht interessant machen. Das Hauptmenü etwa setzt mit der Autolog-Funktion auf soziale Verbindungen und Interaktivität: Wer online ist, kann Diverses auf seiner Wall posten, Schnappschüsse hinterlassen, mit Freunden Bestzeiten und Leistungen vergleichen und sie zu Events herausfordern. Das System funktioniert gut und sorgt für zusätzliche Interaktivität und immer neue Wettbewerbe.

Technisch brilliert Hot Pursuit. Die Strecken sind äußerst unterschiedlich, haben diverse Abkürzungsmöglichkeiten und begeistern mit Details und hervorragender Weitsicht. Gleiches gilt für die Fahrzeuge: Egal, ob fabrikneu glänzend oder nach einem heftigen Crash zerknüllt und zusammengeschoben - sie sind immer eine Augenweide. Zahllose Effekte und schöne Zeitlupen gibt es dazu, Ruckler kommen kaum vor. Auch Motorsound und Polizeidurchsagen überzeugen, ebenso wie der vielfältige Soundtrack.

Need for Speed: Hot Pursuit ist für Xbox 360, Playstation 3 und Windows-PC ab dem 18. November 2010 erhältlich, kostet etwa 60 Euro (Konsole) oder 50 Euro (PC) und hat eine USK-Freigabe ab zwölf Jahren erhalten. Als Prozessor muss im PC mindestens ein Intel Core 2 Duo mit 1,8 GHz oder ein Athlon X2 64 mit 2,4 GHz im Rechner stecken. Unter XP reichen 1,5 GByte RAM, unter Vista und 7 müssen 2 GByte RAM vorhanden sein. Die Grafikkarte muss über 256 MByte RAM verfügen und Direct X 9 sowie Shader Model 3.0 unterstützen. Auf der Festplatte belegt das Programm 8 GByte an Daten.

Fazit

Unkompliziert, rasant und technisch erstklassig in Szene gesetzt: Wer keinen Shift-Nachfolger erwartet und Spaß an burnoutartiger Arcaderaserei hat, bekommt mit Hot Pursuit hervorragende Unterhaltung geboten. Perfekt ist das Spiel zwar nicht, dafür sind Umfang und Verknüpfung der einzelnen Events dann doch zu spartanisch. Dank intelligenter Multiplayer- und Onlinefunktionen ist Langzeitmotivation dennoch garantiert. Der Reihe ist auch der diesjährige Neustart gelungen.


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