Jugendschutz: Polizeigewerkschaft fordert Verbot von "Killerspielen"
"Der Markterfolg sogenannter Killerspiele ist ein beschämendes Beispiel dafür, auf welch merkwürdigen Abwegen sich die Branche und die konsumierende Gesellschaft befinden. Je mehr Tote und je mehr Gemetzel, umso höher die Punktzahl des Spielers" , so Heini Schmitt, hessischer Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft. Schmitt hat sich mit einer Stellungnahme(öffnet im neuen Fenster) vor dem Innenausschuss des Hessischen Landtags geäußert. Bei der Anhörung zum Thema "Gewalt und Extremismus" am 10. November 2010 forderte der Polizeigewerkschafter ein generelles Verbot sogenannter "Killerspiele".
Seiner Auffassung nach steht der "schädliche Einfluss auf die Entwicklung eines psychisch labilen Kindes oder Jugendlichen durch langanhaltenden Konsum solcher Killerspiele" außer Frage; Amokläufe an Schulen seien der traurige Beweis dafür. Außerdem müsse "nicht alles erlaubt sein, was dem profitstrebenden Produzenten und dem sorglosen Konsumenten gefällt" .
Dass es zu einer Änderung der von Schmitt angesprochenen Jugendschutzregelungen kommt, ist unwahrscheinlich. Mitte 2010 hatte Hermann Kues , parlamentarischer Staatssekretär im Bundesfamilienministerium, als Vertreter der Bundesregierung im Rahmen einer Anhörung vor dem Bundestag gesagt, dass eine von Innenministern der Länder gewünschte Verschärfung der derzeit geltenden Gesetze nicht vorgesehen ist. Stattdessen setze die Regierung unter anderem auf Aufklärungskampagnen.



