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Nokia Siemens Networks: Kein DSL Phantom Mode ohne Hardwareanpassungen

Nokia Siemens Networks

Kein DSL Phantom Mode ohne Hardwareanpassungen

Der DSL Phantom Mode verspricht höhere Bandbreiten, setzt aber Änderungen an der Hardware auf Seiten der Vermittlungsstelle und an den Endgeräten des Nutzers voraus.

Bandbreiten von bis zu 825 MBit/s lassen sich mit dem DSL Phantom Mode realisieren. Das gehe jedoch nur mit Hardwareanpassungen beim Modem des Kunden und beim Digital Subscriber Line Access Multiplexer (DSLAM) oder beim Multi-Service Access Node (MSAN) im Netz des Betreibers, räumt Jürgen Grabenhofer, Leiter des Produktmarketings für Transport beim Netzwerkausrüster Nokia Siemens Networks, gegenüber Golem.de ein. Der Phantom Mode gilt als Zwischenlösung für den Umstieg von Kupfer auf Glasfaser und erhöht die Leistung von kupferbasierten DSL-Netzwerken.

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Um für den DSL Phantom Mode eine virtuelle Telefonleitung aufzubauen, werde neben dem differentiellen Signal pro Kupferdoppelader ein sogenanntes Common-Mode-Signal pro zwei Kupferdoppeladern in die Telefonleitung eingespeist, erklärte Grabenhofer. "Das heißt, auf jeder Kupferdoppelader erfolgt einerseits die herkömmliche DSL-Datenübertragung durch differentielle Signale. Bei zwei Adernpaaren ist das zweimal die herkömmliche DSL-Datenübertragung durch differentielle Signale." Durch Hardwareanpassungen bei den Modemkomponenten auf Seiten der Vermittlungsstelle und bei den Endgeräten im Kommunikationsnetz könne zusätzlich ein dritter virtueller Kanal aufgebaut werden, ohne dass eine weitere Telefonleitung benötigt werde. Hier erfolge die Datenübertragung als Common-Mode-Signal.

Mit den beiden Kupferdoppeladern lasse sich jeweils eine Bandbreite von rund 120 MBit/s realisieren, zusammen also 240 MBit/s. Die dritte, virtuelle Leitung liefert nochmal 120 MBits/s, in Summe also 360 MBit/s. "Bei vier Kupferdoppeladern können sogar drei zusätzliche virtuelle Kanäle aufgebaut werden." Macht in Summe sieben Kanäle mit je 120 MBit/s und in Summe theoretisch 840 MBit/s.

Die einzelnen Datenströme würden dann durch EFM-Bonding zusammengefasst. EFM steht für das Netzwerkprotokoll Ethernet in the First Mile. Die Self-FEXT-Nebensprechstörungen, auch Crosstalk genannt, würden durch DSM-L3 kompensiert, erklärte Grabenhofer weiter.

Doch welcher Endkunde kann den DSL Phantom Mode überhaupt nutzen? Private Telekommunikationsnutzer in Deutschland in älteren Häusern verfügen meist nur über eine Kupferdoppelader in Form eines zweiadrigen Kupferkabels. Seit einigen Jahren jedoch werden geschirmte Rundkabel mit zwei Paaren Kupferdraht im Inhouse-Bereich als Teilnehmeranschlussleitung verwendet. Wie hoch der Anteil der Haushalte mit Kabeln ist, die wirklich DSL-Phantom-Mode-tauglich sind, konnte Grabenhofer nicht sagen. "Wir haben hierzu keine Statistik", räumte er ein. Auf dem Broadband World Forum sei von den Festnetzbetreibern aber erklärt worden, dass es eine Reihe von Kunden gebe, die mit zwei Paaren angeschlossen seien.

Der DSL Phantom Mode ist ein altbekanntes analoges Konzept und schon früher von Festnetzbetreibern eingesetzt worden. Der Telekommunikationsausrüster Alcatel-Lucent erhielt Ende Oktober 2010 den Preis Broadband Infovision Award für den DSL Phantom Mode, weil der Konzern den Modus in Verbindung mit VDSL2-Vectoring und -Bonding einsetzte, wodurch eine besonders hohe Datenübertragungsrate erzielt wurde.


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Rama Lama 13. Nov 2010

Was denn?

Kostenunterschied 10. Nov 2010

Sicher hast du Recht, aber auch der Grad des Eingriffs zählt. Bei Glasfaser muss "alles...

Dörfer 10. Nov 2010

Das ist so schon ganz richtig, aber denk an die Dörfer auf dem weiten Land. Wenn die...

Vergessenheit 10. Nov 2010

Wenn etwas in Vergessenheit geraten ist und dann wieder auftaucht, ist es doch nicht...



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