iOS 4.2.1: Multitasking und Drucken auf dem iPad

Apples iOS 4.2.1 steht für das iPad, das iPhone und den iPod touch bereit. Das neue Betriebssystem bringt zahlreiche Neuerungen, die vor allem Apples Tablet betreffen. Aber auch iPhone und iPod touch profitieren von dem Update.

Multitasking mit dem iPad
Die wichtigsten Neuerungen kennen iPhone- und iPod-Nutzer schon seit Juni 2010, als Apple iOS 4.0 veröffentlichte. In einigen Details unterscheidet sich das Multitasking von iOS 4.2.1 auf dem iPad von der Multitaskingumsetzung in iOS 4.0, die wir auf dem iPhone 3GS getestet haben . Bei der Multitasking-Leiste des iPads nutzt Apple den größeren Bildschirm aus, um auch eine Lautstärkeleiste neben der Mediensteuerung einzublenden, und bietet zudem die Möglichkeit, die Helligkeit des Bildschirms direkt zu manipulieren. Die zusätzlichen Steuerungselemente sieht der Nutzer nach einem Wischen nach rechts in der Leiste.
Wer sich an die per Schalter abschaltbare Bildschirmrotation gewöhnt hat, wird sich bei iOS 4.2.1 ärgern. Der Schalter wurde jetzt zum Stummschalter umdefiniert. Zwar war er bereits vor der Veröffentlichung des iPads als Stummschalter gedacht, Apple entschied sich aber bei iOS 3.2 dazu, ihn als Rotationssperre einzusetzen. Diese praktische Funktion ist nun in die Multitaskingleiste gerutscht.









Auch auf dem iPad ist es mit iOS 4.2.1 möglich, Anwendungen in Ordnern zu gruppieren, und mit dem Gamecenter gibt es jetzt die vom iPhone und iPod touch bekannte Möglichkeit, seine Spiele und Spielfreunde zu verwalten.
Drucken mit iPhone und iPad
Mit iOS 4.2.1 erweitert Apple seine Mobilplattform um eine Druckfunktion: Airprint. Allerdings unterstützt nur eine Handvoll HP-Drucker bisher diese Funktion, da für iOS-Geräte von Apple anscheinend nicht die Treiber hunderter Drucker integriert worden sind. Zumindest in der Theorie findet ein iOS-Gerät einen Airprint-Drucker einfach im Netzwerk und kann loslegen. Zu den kompatiblen HP-Druckern gehören laut Apple einige HP-Photosmarts (B210, C310, C410, C510) und der Envy-Drucker D410. Indirekt drucken kann ein iOS-Nutzer nicht. Apple hat offenbar in letzter Minute wegen Fehlern den Airprint-Dienst unter Mac OS X 10.6.5 gestrichen. Als Druckerserver hätte ein Mac auch nicht-airprint-taugliche Drucker für iOS-Geräte bereitgestellt. Fremdhersteller haben sich dem Problem des fehlenden Treibers mittlerweile angenommen .
Airplay
Mit Airplay beherrschen iOS-Geräte nun das Senden von Audio- und Videoinformationen an bestimmte Geräte, die diese Technik ebenfalls unterstützen. Dazu gehört seit langem bereits Apples Router Airport Express. Wer iTunes nutzt, kann an eine Airport Express den Ton schicken, der dann etwa direkt von einer Hi-Fi-Anlage abgespielt wird. Denon will mit einem kostenpflichtigen Update einige A/V-Receiver airplaytauglich machen . Der wohl wichtigste Teil ist aber die Möglichkeit, Inhalte direkt zum Apple TV der zweiten Generation zu streamen. Ein iPad-Nutzer kann etwa seinen Film auf dem iPad anschauen und während des Films die Inhalte per Airplay an das Apple TV senden, um auf einem Fernseher weiterzuschauen. Dafür ist allerdings ein iOS-Update für Apple TV notwendig, welches über die Systemeinstellungen von Apple TV bereitgestellt wird.
MobileMe-Dienste zum Teil kostenlos
Passend zur Veröffentlichung von iOS 4.2.1 hat Apple sich entschieden, einen Teil seines MobileMe-Dienstes kostenlos freizugeben. Für Besitzer von sehr aktuellen iOS-Geräten mit dem Hang, ihre Geräte zu verlieren, ist besonders der Dienst "Mein iPhone suchen" interessant. Nach einer Anmeldung kann der Nutzer seine Geräte registrieren und sie im Fall eines Verlusts oder Diebstahls über das Netz fernlöschen oder orten lassen. Es besteht auch die Möglichkeit, dem Finder des iOS-Geräts eine Nachricht zu schicken. Im Ausland funktioniert das aber nur, wenn das teure Datenroaming aktiv ist. Apple erlaubt die kostenlose Nutzung auf dem iPhone 4, dem iPad und dem aktuellen iPod touch.









Die neue iOS-Version 4.2.1 wird bereits über iTunes verteilt und sollte bei einer Anforderung einer Aktualisierung angeboten werden. Die Version 10.1 von iTunes ist allerdings Voraussetzung für eine Aktualisierung.
Mit iOS 4.2.1 hat Apple zudem zahlreiche Sicherheitslücken geschlossen. Viele erlauben das Ausführen von Schadcode, teils mit erhöhten Rechten. Auch eine Möglichkeit, Anrufe ohne Wissen des Nutzers zu tätigen, wurde mit dem Update verhindert. Details zu den Sicherheitslücken gibt es im Supportdokument HT4456(öffnet im neuen Fenster) .
Die neue Version sollte zudem den Zeitzonenfehler beseitigen, der zwischenzeitlich auftrat. Der Wecker hat zwischen dem 31. Oktober und dem 7. November 2010 in Europa eine Stunde zu spät geklingelt . Mit der Zeitumstellung in den meisten US-Bundesstaaten ist der Fehler zumindest vorerst auch in iOS 4.1 verschwunden. Wer bei der nächsten Zeitumstellung nicht zur falschen Zeit geweckt werden möchte, sollte iOS 4.2 dennoch aufspielen.
Nachtrag vom 23. November 2010, 00:10 Uhr
Die iOS für das iPhone ist ebenfalls mit der Versionsnummer 4.2.1 versehen. Der Text wurde entsprechend angepasst.



