Microsoft: Tablets sind Bedrohung für Netbooks

Eine Microsoft-Managerin hat eingeräumt, dass Tablet-Computer dem Netbook Marktanteile wegnehmen. Gavriella Schuster, General Manager für Windows Product Management, sagte dem Seattle Post-Intelligencer(öffnet im neuen Fenster) : "Sie werden ganz eindeutig kannibalisiert. Das sind Zweitgeräte. Aber hier findet eine Kannibalisierung statt." Schuster hatte zu dem Interview mit der Zeitung ihr Netbook mitgebracht.
Netbooks finden seit circa drei Jahren eine wachsende Verbreitung. Zuerst hatten die meisten Geräte kein Microsoft-Betriebssystem, sondern kamen mit einem angepassten Linux auf den Markt. Microsoft reagierte laut Branchenkreisen darauf mit Angeboten von Windows-XP-Lizenzen an Netbook-Hersteller zu einem Preis deutlich unter zehn US-Dollar. Diese Lizenzen galten jedoch nur für Geräte mit den Netbook-typischen Hardwareeinschränkungen. Microsoft hatte die besonders billige ULCPC-Lizenz von Windows XP nur an PC-Hersteller verkauft, wenn diese sich an ein niedriges Ausstattungsniveau hielten: 1 GByte RAM, maximal 160 GByte Festplattenplatz, zu Anfang nur 80 GByte und ein 10,2-Zoll-Display. Bei den Prozessoren war die Einschränkung auf nur einen Kern festgelegt. Der Nachfolger ist die Windows-7-Starter-Edition, die sich an Netbook-Hersteller richtet.
Gegenwärtig soll Windows wieder auf 90 Prozent aller neu verkauften Netbooks laufen. Dabei versucht Microsoft, mit Vertragsklauseln und durch Preiserhöhungen zu verhindern, dass Netbook-Hersteller mit Dual-Boot-Optionen Windows parallel mit Android oder künftig mit Chrome OS einsetzen.
Mit dem Erfolg des iPads von Apple ist Microsoft bei Tablets unter Druck. Apple erklärte in seinem Quartalsbericht am 18. Oktober 2010, fast 4,2 Millionen iPads verkauft zu haben. Bisher beherrscht Apple diesen neuen Markt noch fast vollständig.



