Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Spieletest Emergency 2012: Katastrophen am laufenden Band

Der Kölner Dom ist eingestürzt, auf dem Oktoberfest bricht Panik aus, und der Rote Platz in Moskau wird durch einen Flugzeugabsturz erschüttert: In Emergency 2012 herrscht an Katastrophen kein Mangel. Die Arbeit als Lebensretter ist allerdings wieder einmal ein anstrengendes Vergnügen.
/ Thorsten Wiesner
56 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)

Allen Kritiken zum Trotz erfreut sich die Emergency-Reihe seit dem ersten Titel von 1998 großer Beliebtheit – und auch das von Quadriga Games entwickelte Emergency 2012 wurde von den Fans sehnsüchtig erwartet. Das Spielprinzip ist altbekannt: Der Spieler steuert Einsatz- und Hilfskräfte wie Polizei, Feuerwehr, Notarzt oder Technisches Hilfswerk. Er muss versuchen, an unterschiedlichen Katastrophenschauplätzen Gebäude und Menschen zu retten und die Lage zu beruhigen.

Emergency 2012 – Intro
Emergency 2012 – Intro (01:12)

Ein Tutorial erklärt die ersten Schritte – etwa, wie Hilfskräfte aus ihren Fahrzeugen geholt, an den Krisenherd gesteuert und mit Hilfsmitteln ausgestattet werden. Allerdings ist diese Einführung nur wenige Minuten lang und nicht wirklich geeignet, die Bedienung umfassend zu erklären. Anfänger werden zunächst trotzdem nicht überfordert: Dank guter Lernkurve, klar formulierten Aufgaben und optischer Hilfsmittel wie blinkenden Aktionspunkten ist in den ersten Missionen immer klar ersichtlich, was als Nächstes zu tun ist. Heikel wird es erst später, wenn immer neue Einheiten und Aktionsmöglichkeiten zur Verfügung stehen.

So muss der Spieler wissen, dass er dem Feuerwehrmann einen Wasserschlauch in die Hand drücken muss, bevor er ihn aufs brennende Haus loslässt. Der Notarzt darf nur mit Behandlungsinstrumenten zum Verletzten. Sanitäter laden per Mausklick den Verwundeten ein und legen ihn in den Hubschrauber, der dann automatisch zum Krankenhaus losfliegt. Spielern ist übrigens freigestellt, ob sie nach und nach die Missionen absolvieren oder ein Endlosspiel auf unterschiedlichen Karten auswählen – in Letzterem müssen sie an mehreren Krisenherden gleichzeitig agieren, was den Schwierigkeitsgrad deutlich anhebt.

Technische Probleme

Wie frühere Emergency-Spiele hat auch Emergency 2012 mit technischen Ungereimtheiten zu kämpfen: Die Bedienung ist immer wieder hakelig und unübersichtlich, die Wegfindung der Einheiten oft katastrophal – würden sich echte Notärzte oder Feuerwehrfahrzeuge beim Zurücklegen von Strecken so dilettantisch anstellen, würden sie ihren Job nicht lange behalten. Vor allem bei größeren Fahrzeugverbunden darf fast sicher davon ausgegangen werden, dass sich die Vehikel ineinander verkeilen. Auch die Übersicht fehlt leider immer wieder, weil es bei späteren Aufträgen unter Zeitdruck schwer fällt, im Getümmel die richtigen Einheiten ausfindig zu machen.

Auch optisch ist Emergency unausgegoren: Die Zwischensequenzen sind ansehnlich, aber äußerst kurz und zusammenhanglos, die Spielgrafik leidet unter flackernder Darstellung und Detailmangel. Immerhin ist die deutsche Sprachausgabe zufriedenstellend – wenn sich auch nie eine wirklich bedrohliche Atmosphäre einstellen will.

Emergency 2012 ist für PC im Handel erhältlich und kostet etwa 30 Euro. Der Titel hat eine USK-Freigabe ab zwölf Jahren, als minimale Systemanforderungen nennt der Publisher Windows XP, einen 2,5-GHz-Prozessor, 1 GByte RAM und eine DX9-kompatible Grafikkarte mit 128 MByte VRAM.

Fazit
Alles beim Alten: Auch Emergency 2012 setzt auf das bewährte und bekannte Lebensrettungssimulations-Prinzip, auch Emergency 2012 nervt mit technischen Unausgereiftheiten – in diesem Fall hakeliger Bedienung und katastrophaler Wegfindung. Die Community wird wohl trotzdem wieder zugreifen, Neueinsteigern ohne fantypische Nachsicht kann man allerdings nicht wirklich zum Kauf raten.


Relevante Themen