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Electronic Arts' gefährliches Spiel mit der USK

Es gibt wahrscheinlich Menschen, die sich über die Klage von EA gegen die USK freuen - zum Beispiel die Politiker und Pädagogen, die das deutsche Jugendschutzrecht verschärfen wollen. Computerspielern bringt die Neuauflage der uralten Diskussion hingegen nichts.

Artikel veröffentlicht am ,

Mehr als 70.000 Computerspieler haben Mitte 2009 per Mausklick eine Onlinepetition unterschrieben, die eine Verschärfung des deutschen Jugendschutzrechts ablehnt. Damit haben die Unterzeichner ebenfalls gesagt, dass sie die bestehenden Regelungen sinnvoll finden. Auch im Alltag können Spieler mit der derzeitigen Rechtslage leben: Wer als Erwachsener an die ungeschnittenen Versionen von Ego-Shootern kommen möchte, sollte kaum Probleme haben. Viele Fachhändler, inzwischen sogar immer mehr Elektrogroßmarkt-Ketten, bieten Originalversionen oder aus Österreich importierte Uncut-Versionen an. Im Falle von Medal of Honor mit offizieller Unterstützung durch EA.

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Da ist es ärgerlich, dass der Publisher mit der angekündigten Klage gegen die USK den alten Streit um den Jugendschutz in Deutschland neu entfacht. Absurd mutet die Begründung an, mit der EA gegen die geforderten Änderungen an Medal of Honor protestiert: Das Spiel "problematisiert das Kriegsgeschehen", behauptet EA, daher dürfe es keine Schnitte geben. Wer den Ego-Shooter mal angespielt hat, der weiß aber, dass es sich um eine eher simple Ballerorgie handelt, in der heldenhafte US-Elitekrieger fast im Alleingang mehrere Hundertschaften von Taliban niedermähen. Wenn Medal of Honor ein Antikriegsspiel ist, dann ist jedes Need for Speed ein Aufklärungsspiel über die Gefahren im Straßenverkehr.

Electronic Arts tut sich selbst, der Branche und den Spielern keinen Gefallen mit der Klage gegen die USK. Im Gegenteil: Es besteht die Gefahr - insbesondere, falls die Klage erfolgreich sein sollte -, dass die Diskussion um Jugendschutz neu aufflammt. Politiker wie der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) oder Heribert Rech (CDU) aus Baden-Württemberg, der kurz vor Landtagswahlen steht, dürften sich über die Steilvorlage freuen. Denn damit ließen sich die populären Forderungen etwa nach einem Herstellungs- und Verbreitungsverbot der ach so bösen "Killerspiele" wieder aufwärmen.

EA sollte ehrlich sein: Dem Unternehmen, das schon länger mit roten Zahlen kämpft, dürfte es schlicht darum gehen, die Kosten für die USK-Prüfungen und gegebenenfalls die Anpassungen - zu denen es niemand zwingt - zu senken. Wenn es bei Medal of Honor tatsächlich um so etwas wie Kunstfreiheit gehen würde, dann hätte Electronic Arts wohl kaum die Taliban aus dem Multiplayermodus entfernt. Hat es aber, nachdem das US-Militär den Verkauf über die armeeeigenen Shops verboten hatte.

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Übrigens: Wenn EA unzufrieden ist mit der Art und Weise, wie die USK ihren Job erledigt, dann könnte das Unternehmen auch anders vorgehen. Immerhin ist es eines der wichtigsten Mitglieder in der Publishervereinigung BIU - und die ist als Gesellschafter direkt für die Arbeit der USK verantwortlich.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach).

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scorpion-c 10. Nov 2010

Nennen mir einen Titel den man illegal besorgen muss der nicht gegen geltendes Recht...

scorpion-c 10. Nov 2010

Hast du das mit dem Studio auf Gamestar.de gelesen die haben einen innovativen Shooter...

0o9i8u7z 08. Nov 2010

Bei Fragen die im Grundrecht verankert sind nicht, das hat das BVerfG schon vor über...

PullMulll 07. Nov 2010

Ich denke mal er meint eher das man etwas das schon gut gelöst ist nicht umbedingt durch...



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