Erster Vergleich

SAP zahlt Oracle 120 Millionen US-Dollar

Im Rechtsstreit um illegale Handlungen einer früheren SAP-Tochter zahlt der Softwarekonzern in einem ersten Vergleich 120 Millionen Dollar. Doch damit ist der Streit noch lange nicht ausgestanden, denn Oracle will weitere zwei Milliarden Dollar.

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Oracle-Chef Larry Ellison
Oracle-Chef Larry Ellison

Im Rechtsstreit um Urheberrechtsverletzungen durch die frühere SAP-Tochter Tomorrownow hat der deutsche Konzern offenbar einem ersten Vergleich mit Oracle zugestimmt. Das berichtet die New York Times aus informierten Kreisen. Auch die britische Financial Times hat von der Einigung erfahren. In dem Prozess geht es um Schadenersatz für Industriespionage und Diebstahl von geistigem Eigentum.

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Oracle habe zugestimmt, mit der Zahlung von SAP keine Strafzuschläge zum Schadensersatz mehr zu fordern. Die Einzelheiten der Einigung seien geheim, berichtete die New York Times. Oracle kann jedoch weiterhin für "tatsächlich erlittene Schäden" Schadensersatz einfordern. Hier fordere Oracle zwei Milliarden US-Dollar von SAP. Der deutsche Hersteller von Unternehmenssoftware hatte gestern vor Gericht erklärt, dass Oracle lediglich 42 Millionen US-Dollar zustünden. Der Einigung, die am Dienstag geschlossen wurde, muss Richterin Phyllis J. Hamilton erst noch zustimmen.

Oracle lehnte eine Stellungnahme ab. Saswato Das, ein Sprecher von SAP, sagte der New York Times: "Gestern wurde die Sache auf Antrag von Oracle unter Verschluss genommen, und deshalb sind wir nicht berechtigt, darüber zu sprechen."

Der Prozess begann am Montag, dem 1. November 2010, vor einem Bundesgericht in Oakland, Kalifornien. Die Verhandlung könnte bis zu vier Wochen dauern. SAP übernahm Tomorrownow im Jahr 2005 für zehn Millionen US-Dollar. Das Unternehmen war Spezialist für Wartungs- und Supportdienstleistungen für Peoplesoft- und JDE-Produkte des Konkurrenten Oracle. SAP habe über seine ehemalige Tochter "Diebstahl in großem Stil" begangen, so der Vorwurf Oracles, der später um Urheberrechts- und Vertragsverletzung erweitert wurde. Tomorrownow-Beschäftigte sollen Zugangsdaten von Oracle-Kunden genutzt haben, um tausende Softwareprodukte und andere vertrauliche Dokumente von Oracles Servern herunterzuladen. SAP räumte im Juli 2007 "unangemessene Downloads" von Oracle-Supportmaterial ein, auch wenn Tomorrownow berechtigt gewesen sei, im Auftrag seiner Kunden Material von Oracle zu laden. Ende Oktober 2008 hatte SAP den Geschäftsbetrieb von Tomorrownow eingestellt.

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In dem Rechtsstreit zwischen den Erzkonkurrenten SAP und Oracle soll auch der neue Hewlett-Packard-Chef Léo Apotheker aussagen. Apotheker werde als Zeuge geladen, sagte ein Oracle-Anwalt vor Gericht. Apotheker war bis zum 7. Februar 2010 Vorstandssprecher von SAP. Hewlett-Packard soll sich laut Oracle jedoch weigern, die Vorladung zu akzeptieren. Oracle dränge aber weiter auf sein Erscheinen vor Gericht, so ein Firmensprecher.

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