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Spieletest Die Abenteuer von Aragorn: Wildes Fuchteln in Mittelerde

Nachschub für Tolkien-Fans: Im Herr-der-Ringe -Actionspiel Die Abenteuer von Aragorn darf sich der titelgebende Held durch acht aus den Büchern und Filmen bekannte Landschaften kämpfen. Dank Wiimote- und optionaler Playstation-Move -Unterstützung auf der PS3 ist in den Gefechten vor allem Körpereinsatz gefragt.
/ Thorsten Wiesner
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Es geht wieder mitten in den Kampf um Mittelerde – denn im Actionspiel Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn kämpft der Spieler in der Rolle des Dúnedain-Fürsten in Rückblenden. Das kommt dadurch zustande, dass in Hobbingen die Vorbereitungen für eine große Feier zu Ehren des Königs von Gondor in vollem Gange sind, und prompt fragen die Kinder von Samweis Gamdschie nach den Heldentaten von Aragorn. Samweis beginnt sofort zu erzählen – und der Spieler kann die großen Taten und legendären Schlachten aus den drei Filmen dann selbst nacherleben.

Herr der Ringe Aragorn's Quest – Trailer
Herr der Ringe Aragorn's Quest – Trailer (01:16)

Das Spiel setzt auf eine Mischung aus viel Action, etwas Rollenspiel und ein paar Adventure-Elemente. Die meiste Zeit ist Aragorn damit beschäftigt, zahlreiche Gegner aus dem Weg zu räumen – vor allem Horden von Orks und Uruk-hai. Auf der Wii wird die Wiimote geschwungen, um Angriffe durchzuführen, auf der Playstation 3 ist dank Move-Unterstützung ebenfalls voller Körpereinsatz möglich; wer will, darf auch mit Dualshock 3 und Co. antreten.

Das Kampfsystem ist einfach gehalten, meist reichen simple Bewegungen, um auch größerer Gegnerscharen Herr zu werden. Das ist auch gut so, denn die Gestenerkennung funktioniert nicht immer wie gewünscht. Allerdings lernt Aragorn im Spielverlauf immer neue Kombos hinzu, zudem gibt es mehrere Sonderfähigkeiten. Von Zeit zu Zeit darf der Spieler zum Bogen greifen, um Kontrahenten aus der Distanz zu erledigen – und manchmal gesellt sich Gandalf zu den Kämpfenden. Nichtsdestotrotz ist das Kampfsystem etwas monoton und alles andere als herausfordernd, wirklich spannend sind die Gefechte selten.

Stimmige Fantasywelt

Zahlreiche Quests – mal verpflichtend, mal freiwillig – lockern das Kampfgeschehen auf. Die sind zwar oft nicht wirklich einfallsreich, denn immer wieder gilt es, von A nach B zu gelangen oder Gegenstände zu transportieren. Ein Streifzug durch die liebevoll gestaltete Fantasywelt lohnt dennoch, da die Entwickler viel Wert auf Atmosphäre und eine gekonnte Darstellung des Szenarios gelegt haben – wer gerne Gegenstände anhäuft und so seinen Sammeltrieb befriedigt, kommt auf seine Kosten.

Die Abenteuer von Aragorn ist im Vergleich zu anderen Der-Herr-der-Ringe-Spielen deutlich familienfreundlicher. Das gilt einerseits für die einfache Bedienung und den leichten Einstieg, andererseits aber auch für die grafische Darstellung – heftigen Gefechten zum Trotz ist das Spiel nie so düster wie viele frühere Titel auf Basis der berühmten Lizenz. Trotz toller Atmosphäre lässt der Titel technisch allerdings einiges vermissen – oft fehlen vor allem bei größeren Gegnerhorden die Details, ein paar störende Darstellungsfehler lassen mangelnden Feinschliff erkennen.

Der Herr der Ringe: Die Abenteuer von Aragorn ist für Nintendo Wii und Playstation 3 im Handel erhältlich, kostet etwa 50 Euro und hat eine USK-Freigabe ab zwölf Jahren erhalten. Zudem sind auch Umsetzungen für Nintendo DS, PSP und Playstation 2 verfügbar, die uns allerdings nicht zum Test vorlagen und sich inhaltlich vom getesteten Spiel unterscheiden.

Fazit

Kein technischer Meilenstein, kein spielerischer Höhepunkt, aber ein solides Actionabenteuer mit viel Atmosphäre – Die Abenteuer von Aragorn haben ihren Platz in der Riege der zahlreichen Herr-der-Ringe-Spiele durchaus verdient, auch ohne Maßstäbe setzen zu können. Anders als bei vielen ideenlosen Lizenzumsetzungen, macht sich die Liebe zum Detail hier bemerkbar und lässt über die durchaus vorhandenen Defizite gnädiger hinwegsehen als bei vergleichbaren Titeln.


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