Canesta: Microsoft kauft 3D-Chipdesigner
Microsoft hat den 3D-Chipentwickler Canesta übernommen. Das gab Canesta bekannt. Über den Preis wurde zwischen den Parteien Stillschweigen vereinbart. Die Übernahme soll bis Jahresende 2010 abgeschlossen sein. Das Unternehmen hat 70 Millionen US-Dollar Risikokapital von Carlyle Venture, Apax Partners, JPMorgan Partners, Thales Corporate Ventures und anderen erhalten. Canesta aus dem kalifornischen Sunnyvale wurde 1999 gegründet und hat circa 70 Beschäftigte.
Canesta entwickelt Wahrnehmungstechnologie, durch die elektronische Geräte nahe gelegene Objekte durch eine dreidimensionale Abtastung in Echtzeit "sehen" können. Das Unternehmen hält in dem Bereich 44 Patente.
Zu den ersten Anwendungen der elektronischen Wahrnehmungstechnologie von Canesta gehörte im Jahr 2002 eine Projektionstastatur aus Licht. Durch die Integration des aus drei Chips bestehenden Chipsatzes von Canesta in ein drahtloses Gerät konnten eine QWERTY-Tastatur und -Maus durch projizierte Lichtstrahlen in Originalgröße erzeugt werden. Canesta verwendete zur 3D-Datengenerierung Leuchtdioden, die 50-mal pro Sekunde einen Lichtimpuls aussandten. Das von Objekten reflektierte Licht wurde von Chips verarbeitet, die aus einer Matrix von Empfangssensoren bestanden. Eine Projektionseinheit mit Mustergenerator konnte das Tastaturabbild auf eine beliebige Fläche projizieren. Canesta hatte seine Technologie der Projektionstastatur später auf die ARM-Primexsys-Plattform portiert.
Im September 2010 veröffentlichte das japanische Unternehmen Optex eine 3D-Entfernungsbildkamera aus seiner ZC-1000-Reihe. Diese Kamera soll bei Sonnenlicht verwendbar sein und basiert auf einem Bildchip von Canesta. Sie ermöglicht die Erkennung von Handbewegungen zur Kontrolle eines entfernten großen Displays oder Fernsehers.
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