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Geruchsstoffe statt Tinte: Der Drucker als Flakon

Ein umgebauter Tintenstrahldrucker erzeugt Gerüche: Statt Tinte stößt er Aromen aus. Die Entwickler wollen ein Gerät entwickeln, das Bilder druckt und dazu passende Gerüche verströmt.
/ Werner Pluta
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Wer das Foto eines appetitlichen Gerichts sieht, der würde meist nicht nur gern sehen, sondern auch schmecken und riechen können. Zumindest mit dem Geruch können Wissenschaftler der Keio Universität in der japanischen Hauptstadt Tokio aushelfen: Sie haben einen Tintenstrahldrucker dazu gebracht, Gerüche statt Bilder zu erzeugen.

Handelsüblicher Drucker

Ausgangspunkt war ein handelsüblicher Drucker des Herstellers Canon. Den haben die Wissenschaftler so umgebaut, dass er vier verschiedene Aromen verströmen kann. Viele Tintenstrahldrucker transportieren Tinte aufs Papier, indem elektrische Impulse eine Spule erwärmen, wodurch kleine Bläschen in der Patrone entstehen.

Durch den Druck wird eine kleine Menge Tinte durch die Düse ausgestoßen. "Wir nutzen die Fähigkeit des Tintenstrahldruckers, winzige Stoffmengen auszustoßen, um den Prozess genau zu kontrollieren", sagte Projektleiter Kenichi Okada dem britischen Wissenschaftsmagazin New Scientist(öffnet im neuen Fenster).

Flüchtiger Duft

Die Wissenschaftler mussten jedoch eine Weile tüfteln, bis das Drucken von Gerüchen klappte. So fanden sie heraus, dass das von ihnen genutzte Gerät in 0,7 Millisekunden einen Pikoliter flüssigen Geruchsstoffs ausstoßen kann. Es zeigte sich aber, dass das zu wenig ist, um von der menschlichen Nase wahrgenommen zu werden. Es bedurfte 100 Millisekunden langer Impulse, um riechbare Ergebnisse zu produzieren. Der Geruch hing nicht lange in der Luft: Nach wenigen Augenblicken war er verflogen, so dass der nächste folgen konnte.

Ihre Technik wollen die Wissenschaftler in der kommenden Woche auf der Konferenz ACM Multimedia 2010(öffnet im neuen Fenster) vorstellen, die von der Informatikergesellschaft Association for Computing Machinery's Multimedia veranstaltet wird.

Duftende Bilder

Nächster Schritt ist laut Okada, Gerüche und Bilder zu synchronisieren. Am Ende könnte dabei ein Gerät herauskommen, das ein Bild einer Speise druckt und dazu passend gleich den richtigen Duft produziert.


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