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Java: Oracle untermauert Klage gegen Google

Oracle hat weitere Beweismittel in seiner Klage gegen Google eingereicht. Darunter sind Codebeispiele, die belegen sollen, dass etwa ein Drittel der Android-APIs direkt von den Java-APIs stammt, auf die Oracle ein Copyright besitzt.
/ Jörg Thoma
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Oracle hatte im August 2010 Klage gegen Google eingereicht. Bei der Klage ging es zunächst explizit um Patentverletzungen, die Anschuldigungen wegen Urheberrechtsverletzungen blieben bislang vage. Nun hat Oracle Beweise nachgeliefert, die belegen sollen, dass sich Google auch am Quellcode von Java bedient haben soll.

Die eingereichten Beweise sollen belegen, dass Google für seine Dalvik-Engine Namen von Java-Klassen und -Methoden sowie Definitionen und Parameter übernommen hat. Zudem sollen sich auch die Struktur, die Organisation und der Inhalt von Klassenbibliotheken gleichen. Darüber hinaus soll sich Google auch an der Struktur und dem Inhalt der Java-Dokumentation bedient haben.

Die nachgereichten Dokumente sollen auch belegen, dass sich der Quellcode zumindest in Teilen deckt.

An der Klage selbst hat sich offenbar nichts geändert. Oracle geht immer noch davon aus, dass Google nicht nur den Quellcode übernommen hat, sondern mit seiner Dalvik-VM auch Patente verletzt, darunter die US-Patente 6,125,447(öffnet im neuen Fenster), 6,192,476(öffnet im neuen Fenster), 6,530,080(öffnet im neuen Fenster), 6,910,205(öffnet im neuen Fenster) und 6,061,520(öffnet im neuen Fenster).

Google weist Vorwürfe zurück

Google hatte vor wenigen Tagen öffentlich auf die Klage reagiert und betont, die von Oracle benannten Patente nicht verletzt zu haben. Einige seien zudem ungültig oder nicht durchsetzbar. Der Konzern bezog sich gleichzeitig auf das Apache-Projekt Harmony, das eine Open-Source-Java-Implementierung bietet. Sun hatte vor der Übernahme von Oracle mit dem Harmony-Projekt gestritten. Zwar hatte Sun den Java-Quellcode freigegeben, band auf der anderen Seite die Vergabe der entsprechenden Patentlizenzen aber an eine Kompatibilitätsprüfung. Diese Prüfung ist nur mit Suns Technology Compatibility Kit (TCK) möglich, das Sun aber eben nicht als Open Source veröffentlicht hat.

Damit räumte Google implizit ein, dass es unlizenzierte Technik von Sun beziehungsweise Oracle verwendet, sollte Oracle auch nur in einem Punkt seiner Klage recht bekommen. Google betont, die von Android verwendete Dalvik VM sei eben keine Java VM und überhaupt sei der Erfolg von Android vor allem durch dessen Open-Source-Charakter zu erklären.

Oracle unterstrich in einer Stellungnahme(öffnet im neuen Fenster) seine Position: Google habe Java ohne Lizenz verwendet und darüber hinaus so modifiziert, dass die Software nicht mit Javas grundlegendem Designprinzip "write once and run anywhere" vereinbar sei. Googles Code schade nicht nur Oracle, sondern auch Endkunden und Geräteherstellern.


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